Oldenburg - Es wollte einfach nicht klappen: Als Henning Harnisch am Montag bei der Vorstellung des Trainingsparcours der „kinder+Sport Basketball Academy“ im Trainingscenter der EWE Baskets Oldenburg die Wurfübung von der Dreipunktelinie vormachte, traf er nicht einen von fünf Versuchen. Eigentlich kein Wunder – waren Distanzwürfe doch noch nie so die Sache des ehemaligen Nationalspielers. In den 90er Jahren fühlte sich der inzwischen 44-Jährige unter den Körben der Basketball-Bundesliga zu Hause. Seine Punkte erzielte er vornehmlich auf die spektakuläre Art: per Dunking.

Dem Basketball ist „Flying Harnisch“ oder „Hanging Henning“, wie der frühere Profi von Bayer Leverkusen und Alba Berlin ob seiner Spielweise von den Medien getauft wurde, bis heute treu geblieben. Nach seinem Karriereende 1998 studierte der Europameister von 1993 zunächst in Berlin Film- und Kulturwissenschaften, um 2004 als Teammanager von Alba in die Bundesliga zurückzukehren.

„Mir hat die Praxis gefehlt“, erklärt er diesen Schritt. Mittlerweile ist Harnisch Vizepräsident des Berliner Vereins und in dieser Funktion für die Nachwuchsförderung verantwortlich – und dies als Botschafter der „kinder+Sport Basketball Academy“ sogar über die Grenzen Berlins hinaus.

„Es mag pathetisch klingen: Aber ich möchte diesem Sport etwas zurückgeben. Ich möchte das Spiel weitertragen“, sagt Harnisch, der seine Arbeit mit mindestens ebenso viel Leidenschaft ausübt, wie er früher Basketball spielte.

Mit dem mobilen Trainingsparcours, in dem Kinder und Jugendliche die Basketball-Grundtechniken wie Dribbeln, Passen und Werfen erlernen, hat er sich bereits einen kleinen Traum erfüllt. „Ich wäre so dankbar gewesen, wenn ich in meiner Jugend so etwas gehabt hätte“, berichtet der in Marburg aufgewachsene Harnisch. Dort habe es nur einen alten verbeulten Korb ohne Netz gegeben, an dem er üben konnte.

Angetrieben wird der 44-Jährige von einer Vision, wie er erklärt: „Hinter dem ganzem steht die Idee, dass Basketball in absehbarer Zeit hinter Fußball zumindest die Sportart Nummer zwei in Deutschland wird.“