Bremen/Oldenburg - Der Oldenburger Energieversorger EWE plant trotz einer bereits bestehenden Sponsoring-Vereinbarung mit Werder Bremen nicht, die Namensrechte am Weserstadion zu erwerben. „Daran haben wir kein Interesse“, erklärte EWE-Sprecher Christian Blömer.

Der Konzern habe aber ein Vetorecht, was den Stadionnamen angehe. Diese Vereinbarung sei geschlossen worden, als das Stadion in den Jahren 2009 bis 2011 umgebaut und mit einer Photovoltaik-Anlage versehen worden war. „Alle Beteiligten waren damals der Meinung, dass der Name Weserstadion weiterhin am besten passe“, sagte Blömer. Wenn der Fußball-Bundesligist nun mit einem möglichen Interessenten über die Namensrechte verhandeln würde, habe die EWE das Recht, diesen abzulehnen – vermutlich auch, um einen Einstieg der Konkurrenz zu verhindern. Dieses Vetorecht beinhalte laut Blömer aber nicht, dass der Konzern selbst als Namenspate auftrete. In der Arena ist der Versorger bei Werder-Spielen bereits seit Jahren als Werbepartner aktiv, beispielsweise mit seinen Tochterfirmen EWE Tel und swb auf den Werbebanden. Der Vorstandsvorsitzende der EWE, Dr. Werner Brinker, ist zudem Mitglied des Werder-Aufsichtsrates.

Der Bremer Wirtschaftswissenschaftler Prof. Rudolf Hickel hatte am Donnerstagabend in einer Talkrunde von Radio Bremen erklärt, die EWE lasse sich ihr Werbe-Engagement bei Werder inklusive Vetorecht 2,5 Millionen Euro kosten. Diese Zahl wollte Blömer nicht kommentieren. Zum Vergleich: Werders Ligarivale Hamburger SV verkaufte die Namensrechte an der WM-Arena im Volkspark 2010 an den Anlagenbauer Imtech und kassierte laut Hamburger Medien für einen Sechsjahresvertrag rund 25 Millionen Euro, also etwa 4,2 Millionen Euro pro Jahr. Imtech ist bereits der dritte Namenspate für die Hamburger Arena seit 2001.

Die große Mehrheit der 18 Bundesligisten hat die Namensrechte am entsprechenden Stadion inzwischen verkauft. Außer in Bremen trägt nur die Arena in Berlin (Olympiastadion) nicht den Namen eines Sponsors. In Mönchengladbach ist das Stadion nach dem darin spielenden Verein benannt (Borussia-Park).

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)