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NWZonline.de Sport Fußball

EWE vor Rückzug aus dem Weserstadion

09.11.2016

Oldenburg /Bremen Am Montag, 21. November, wählt die Mitgliederversammlung von Werder Bremen einen neuen Aufsichtsrat. Anhand der zur Wahl stehenden Personen lässt sich ablesen, dass es in der Sponsoren-Landschaft des Fußball-Bundesligisten bald größere Veränderungen geben könnte. Denn der langjährige Vorstandsvorsitzende des Oldenburger Versorgers und Werder-Sponsors EWE, Werner Brinker (64), verlässt rund ein Jahr nach seinem Ausscheiden bei der EWE nun auch den Werder-Aufsichtsrat. Brinkers Nachfolger als Vorstandschef, Matthias Brückmann (54), wird allerdings nicht sein Nachfolger in dem Aufsichtsgremium der Bremer.

Verein in Gremien der Profifußball-Abteilung vertreten

2003 wurde die Profifußball-Abteilung aus dem Gesamtverein Werder Bremen in die Werder Bremen GmbH & Co. KG ausgegliedert. Dieser Schritt wurde und wird von vielen Proficlubs vollzogen, damit der Profifußball innerhalb des Vereins unabhängiger agieren kann. Geschäftsführungs-Vorsitzender dieser Kapitalgesellschaft ist Klaus Filbry, dem Aufsichtsrat steht Marco Bode vor. Der Gesamtverein Werder ist immer in der Geschäftsführung und im Aufsichtsrat vertreten. So ist Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald auch Mitglied der Geschäftsführung, Vereinsschatzmeister Axel Plaat sitzt im Aufsichtsrat.

2014/15 machte die Kapitalgesellschaft einen Umsatz von 103,6 Millionen Euro. Dabei gab es einen Verlust von 5,9 Millionen Euro. Die Zahlen für 2015/16 werden am 21. November präsentiert.

„Die Mandate sind personengebunden und nicht Unternehmen zugeordnet“, sagt EWE-Sprecher Christian Blömer über den Werder-Aufsichtsrat. Das mag formal richtig sein. Auffällig ist aber, dass in den Kontrollgremien vieler Fußball-Bundesligisten Vertreter der Großsponsoren sitzen – auch wenn sie diesen Platz offiziell als Privatmensch einnehmen. Ein Beispiel: Als die Reederei Beluga noch Werder-Sponsor war, saß Gründer Niels Stolberg im Aufsichtsrat. Mit der Insolvenz seiner Firma Anfang 2011 zog er sich aus dem Gremium zurück.

Nach NWZ -Informationen unterstützt die EWE den Bremer Bundesligisten derzeit mit rund 3,5 Millionen Euro pro Jahr. Wenn ein Sponsor mit einem solchen Volumen nach einer Neuwahl nicht mehr im Aufsichtsrat vertreten ist, liegt die Vermutung nahe, dass auch die Sponsoring-Aktivitäten zurückgefahren werden.

„EWE ist Sponsor von Werden Bremen, die Verträge laufen derzeit bis Ende der Saison 2017/2018“, sagt Blömer, der die Frage nach einem möglichen Ausstieg nicht direkt beantworten will: „Wie bei jedem Sponsoring überprüft EWE auch hier regelmäßig sein Engagement – aufgrund des noch rund eineinhalb Jahre laufenden Vertrages besteht derzeit jedoch noch kein Entscheidungsbedarf.‎“

Ein dennoch möglicher Rückzug ab 2018 würde aber nur die Werbeaktivitäten der EWE betreffen. Die Stadtwerke Bremen (swb), eine Tochterfirma der EWE, sind ebenfalls als Werbepartner im Weserstadion präsent. Die swb soll nach dem Willen von Brückmann künftig stärker in die EWE-Struktur integriert werden, hat aber noch eigene Verträge mit Werder.

Unabhängig davon, dass Brückmann nicht in den Aufsichtsrat einzieht, stehen dort weitere Veränderungen an. Neben Brinker scheidet auch Willi Lemke (70) aus. Der ehemalige Werder-Manager war von 2005 bis 2014 Vorsitzender des Aufsichtsrates, den seitdem Marco Bode führt. Nun verlässt Lemke das Gremium komplett. Das tut auch Hans Schulz (73), der in den 1960er-Jahren für die Bremer spielte und seit 17 Jahren im Aufsichtsrat sitzt.

Vermutlich wird das Gremium die Stärke von sechs Personen wahren. Neben Aufsichtsrats-Chef Bode sollen auch Axel Plaat (Schatzmeister des Gesamtvereins Werder Bremen) und Marco Fuchs (Vorstandsvorsitzender des Raumfahrt-Unternehmens OHB) ihre Plätze behalten. Anstelle von Brinker, Lemke und Schulz könnten Kurt Zech, Thomas Krohne und Andreas Hoetzel einziehen. Zech ist Bauunternehmer und Projektentwickler. Krohne steht dem Deutschen Volleyball-Verband als Präsident vor und ist im Bereich Sportmarketing erfolgreich. Hoetzel verantwortet die Öffentlichkeitsarbeit des Hafenlogistik-Unternehmens BLG.

Hauke Richters
Leitung
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2030

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