Oldenburg - Borussia Dortmund kommt nach Oldenburg. Was die Fußballer des VfB – die Qualifikation vorausgesetzt – nur mit Losglück im Pokal erreichen können, regelt für die Handballerinnen des VfL der Bundesliga-Spielplan. Wenn der Aufsteiger an diesem Sonntag (16.30 Uhr) in die kleine EWE-Arena einläuft, ist auch eine ehemalige Oldenburgerin an Bord.
„Das ist für mich fast wie ein Heimspiel, nur im schwarz-gelben Trikot“, sagt die aus Elsfleth (Kreis Wesermarsch) stammende Carolin Schmele, die von 2007 bis 2009 die VfL-Farben trug. Nach mehreren Stationen – unter anderem in Frankreich – unterschrieb sie vor zwei Jahren in Dortmund und stieg mit den Borussen auf. In der Eliteklasse schlägt sich das zu Saisonbeginn mit einigen Nationalspielerinnen verstärkte Team wacker. Als Tabellensechster können die BVB-Frauen im Falle eines Sieges den fünftplatzierten VfL noch überholen. Im DHB-Pokal besteht im Halbfinale der Endrunde in Leipzig gegen HSG Blomberg-Lippe sogar eine realistische Chance auf das Endspiel. „Die Saison läuft bis auf einige Ausnahmen gut für uns“, sagt Schmele, die den „Pott“ 2009 mit dem VfL holte.
Im Liga-Hinspiel unterlag die Borussia den Oldenburgerinnen mit 24:28, für VfL-Trainer Leszek Krowicki aber ein Grund mehr, den mahnenden Zeigefinger zu heben: „Es steckt sehr viel Potenzial in der Mannschaft. Allen voran dank der noch immer sehr starken Clara Woltering im Tor und Nadja Nadgornaja.“ Und auch Rückraum-Ass Schmele hat der Coach auf dem Zettel.
Dass es beim BVB nach dem Bundesliga-Abstieg 2010 wieder bergauf ging, liege auch an Clubpräsident Reinhard Rauball, berichtet die 25-Jährige: „Unsere Leistungen werden im Verein respektiert. Der Präsident ist mittlerweile Dauergast bei uns. Zudem sind die Dortmunder sportbegeistert und fiebern beim BVB mit – egal ob beim Fußball oder Handball.“ Schmele und ihr Team revanchieren sich gelegentlich im Stadion, wenn sie Aubameyang, Reus und Co. anfeuern: „Wenn man in Dortmund lebt, kommt man gar nicht drumherum.“
Von ihrem Ex-Club spricht Schmele mit viel Respekt. „Ich sehe den VfL als Favorit“, sagt sie, auch weil Caroline Müller nach überstandenem Kreuzbandriss vor ihrem Comeback in eigener Halle steht. Dadurch hat Krowicki wieder mehr Optionen im Rückraum, wenngleich er vor zu hohen Erwartungen warnt: „Caro muss eher gebremst als motiviert werden.“ Doch wenn Borussia Dortmund kommt, dürfte das schwerfallen.
