Hamburg/Hannover - Bruno Labbadia (49) machen selbst die schwärzesten Statistiken keine Angst. Neun Partien ist der Hamburger SV ohne Sieg, seit zehn Stunden ohne Tor. Fast alle Teams, die fünf Spieltage vor Saisonende in der Fußball-Bundesliga Tabellenletzter waren, stiegen auch ab. Doch Labbadia wischt vor dem Heimdebüt in seiner zweiten HSV-Amtszeit – er hatte bereits 2009/10 in Hamburg gearbeitet – die Zweifel beiseite und sagt: „Es geben zu viele Mannschaften zu früh auf.“

Die Frage, ob dieser HSV noch zu retten ist, beantwortet der als Nothelfer engagierte Labbadia auch nach seinem missglückten Einstand beim 0:1 in Bremen mit „Ja“. Vor der Partie an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) gegen den Europa-League-Anwärter FC Augsburg mahnt er: „Wir dürfen nicht wie Trauerklöße rumlaufen.“ Er sei fest überzeugt, dass „wir mit einem Sieg wieder einsteigen“.

Kurios: Die jüngsten vier Partien gegen den HSV gewann Augsburg allesamt. FCA-Trainer Markus Weinzierl schüttelte dabei jedes Mal einem anderen Hamburger Coach die Hand: Auf Thorsten Fink, Bert van Marwijk, Mirko Slomka und Joe Zinnbauer folgt nun Labbadia.

Im Angriff wird nicht gewechselt, auch wenn das die größte Baustelle ist. Pierre-Michel Lasogga ist nominell einzige Sturmspitze, Ivica Olic und Zoltan Stieber sollen für Gefahr über die Flügel sorgen. Ohnehin sind für Ex-Torjäger Labbadia nicht nur die Angreifer an der Tor-Misere schuld: Aus dem Mittelfeld komme bisher zu selten der finale Pass. Welcher seiner Profis da für Abhilfe sorgen soll, diese Frage dürfte Labbadia viel Kopfzerbrechen bereiten.