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NWZonline.de Sport Fußball

Ex-Trainer trägt jetzt Doktorhut

10.02.2011

HAMBURG 30 Jahre nachdem Hans-Dieter („Tippi“) Tippenhauer zuletzt als Absolvent eine Hochschule von innen sah, hat er sich nun an der Uni Münster den Doktorhut aufgesetzt. Damit hat der gebürtige Ostpreuße für ein absolutes Novum gesorgt: Er darf sich, nach Angaben des Lehrstuhls, als erster promovierter (ehemaliger) Bundesligatrainer Deutschlands bezeichnen.

Seine Dissertation trägt den Namen „Der wahrgenommene Einfluss von Führungsspielern in der Fußball-Bundesliga“. Tippenhauer, der als Chefcoach von Fortuna Düsseldorf 1978 dem FC Bayern die höchste Auswärtsniederlage (1:7) aller Zeiten beibrachte, profitierte bei seinen Recherchen von seinen sehr guten Kontakten zu Spielern, Trainern, Funktionären und Journalisten.

Über die Sportdirektoren – u.a. Dietmar Beiersdorfer (Hamburg), Klaus Allofs (Bremen) und Michael Zorc (Dortmund) – sei der 67-Jährige den einzelnen Mannschaften vorgestellt worden. „Und ich habe durchweg gute Rückmeldungen bekommen.“ Allein die Erstellung des Fragebogens, sagt Tippenhauer, habe ein halbes Jahr gedauert. Er wurde in fünf verschiedenen Sprachen angefertigt.

Herausgekommen sind spannende Ergebnisse. „Die wichtigste Erkenntnis ist, dass die Hierarchien innerhalb eines Teams, die heute eher flach erscheinen, unabdingbar sind. Auf eine ausgewogene soziale Struktur wird bei der Zusammenstellung des Kaders sehr stark geachtet“, fasst der frischgebackene Sportpsychologe die Quintessenz seines Werkes zusammen. „Die Trainer suchen darüber hinaus, nach meiner Beobachtung, heute viel mehr die Kommunikation mit der Mannschaft als früher.“

Auch mit der Frage, wer für die meisten Indiskretionen und Mannschaftsinterna, die an die Öffentlichkeit gelangen, verantwortlich ist, hat der Fußball-Lehrer sich beschäftigt. „Noch vor Beratern und Funktionären stehen die Spieler da an erster Stelle“, weiß er. Eine weitere Auffälligkeit bemerkte der Besitzer einer Verlagsgesellschaft in Hamburg in Bezug auf Ersatzspieler. Sie seien zum Teil frustriert, gäben im Gegensatz zu Stammspielern andere Werte an. „Diese Spieler fühlen sich zurückversetzt und bewerten die Rolle von Führungsspielern ganz anders.“

Man merkt, dass der Fußball Tippenhauer nie losgelassen hat. Sein größter Erfolg als Trainer war 1979 das Erreichen des Finals des Europapokals der Pokalsieger. Mit der Fortuna unterlag er damals keinem Geringeren als dem FC Barcelona knapp nach Verlängerung. Aber persönliche Erfolge feiert der Fan von Werder Bremen sein ganzes Leben lang.

Tippenhauer kam am 16. Oktober 1943 in Merunen/Ostpreußen zur Welt. Er spielte in der Zweiten Bundesliga, studierte an der Sporthochschule Köln und erwarb 1975 seine Fußball-Lehrer-Lizenz mit der Note 1,0.

Seine größten Erfolge als Trainer feierte er mit Fortuna Düsseldorf (1979 DFB-Pokalsieg und Erreichen des Finals um den Europapokal). „Tippi“ war u.a. auch Manager vom BVB.

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