FLORENZ - Nach dem Viertelfinal-Einzug im stürmischen Champions-League-Krimi ging es für Traumtorschütze Arjen Robben und seine Kollegen weiter hin und her. Anders als in den 90 Spielminuten war dies allerdings weder dem kräftigen Wind noch den Toren geschuldet, sondern der Polizei-Eskorte, die den Mannschaftsbus des FC Bayern mit Blaulicht durch die verwinkelten Gassen der Altstadt von Florenz lotste. Wie gefühlte Sieger betraten die Profis des Fußball-Rekordmeisters trotz der 2:3-Niederlage beim AC Florenz den Bankett-Saal des Grand Hotels, wo auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge dem Ende der langen Serie keine Bedeutung beimaß.
„Wir haben ja 18 Spiele gehabt, die wir nacheinander nicht verloren haben. Ich glaube, das ist eine Niederlage, mit der der FC Bayern leben kann“, betonte Rummenigge. Aufgrund des 2:1-Sieges im Hinspiel und der mehr erzielten Auswärtstore stehen die Münchner nun in der Runde der letzten Acht. „Wir werden alle mit großer Konzentration und Volldampf daran arbeiten, dass wir vielleicht dieses Jahr mal zumindest eine Runde weiter kommen.“ Das Halbfinale wurde zuletzt im Jahr des Titelgewinns (2001) erreicht. Im Viertelfinale würde aber auch Nationalverteidiger Philipp Lahm gerne „den Topfavoriten Barcelona oder Chelsea noch aus dem Weg gehen“. Im Gegensatz zu Bayern müssen sich die beiden Genannten aber erst noch für die nächste Runde qualifizieren.
In Florenz waren es die niederländischen Landsleute von Bayern-Trainer Louis van Gaal, die das dritte Achtelfinal-Aus der Bayern in der Königsklasse verhinderten. Mark van Bommel (60. Minute) traf zum 1:2, und Robben (65.) ließ mit seinem Traumtor zum 2:3 aus 22 Metern die Florentiner mitten in ihren Siegesgesängen still werden. Über große Lücken in der Abwehr wird van Gaal aber trotz des Weiterkommens mit seinen Spielern reden müssen.
Etwas getrübt war die Freude bei Mario Gomez, der einen Muskelfaserriss in der rechten Wade erlitt und zwei bis drei Wochen ausfällt. Bastian Schweinsteiger ist nach seiner Gelben Karte für das Viertelfinal-Hinspiel gesperrt.
