FLORENZ - Ein kurzes, heftiges Wortgefecht genügte – und schon brannten bei Delio Rossi (51) alle Sicherungen durch. Der Trainer des italienischen Fußball-Erstligisten AC Florenz stürmte zur Auswechselbank, packte seinen Spieler Adem Ljajic (20) am Kragen und prügelte dreimal mit der Faust auf den Serben ein. Erst dann rissen ihn Spieler und sein Co-Trainer von seinem Opfer los. Weil Ljajic bereits in der 32. Minute gegen Novara Calcio (2:2) ausgewechselt wurde, hatte er seinen Trainer beleidigt. Daraufhin verlor Rossi nicht nur die Kontrolle über sich, sondern danach auch seinen Job und für drei Monate seine Trainerberechtigung.

Fiorentina-Präsident Andrea Della Valle beobachtete die hässliche Szene mit versteinerter Miene von der Tribüne und entließ den Coach nach dem Spiel. „In meinen zehn Jahren im Fußball war dies meine schwierigste Entscheidung. Rossi ist provoziert worden und er hat die Nerven verloren, doch uns ist keine andere Wahl geblieben“, sagte Della Valle. Und die „Gazzetta dello Sport“ kommentierte: „Wilder Westen in Florenz – die Fiorentina erlebt einen Abend der Schande“.

Dazu trugen auch die Tifosi bei, die den Serben Ljajic als „Zigeuner“ beschimpften. Florenz wurde dafür mit einer Geldstrafe in Höhe von 15 000 Euro belegt. Ljajic durfte aus disziplinarischen Gründen nicht am Donnerstagstraining teilnehmen, Rossi wurde vom Sportgericht des italienischen Verbands wegen „gewalttätigen und unberechenbaren Verhaltens“ für drei Monate gesperrt.

Am Donnerstag präsentierte Della Valle den bisherigen Clubmanager Vincenzo Guerini als Nachfolger für den geschassten Rossi. Auf diesen kommen jetzt weitere harte Konsequenzen zu. Rossi erwartet eine empfindliche Strafe seitens des italienischen Fußball-Verbandes (FIGC). Zudem hat der Berater von Ljajic eine Anzeige wegen Körperverletzung angekündigt.