FRANK - Nur ein Sieg fehlt den Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt noch zum Triple. Mit einem Erfolg am letzten Bundesliga-Spieltag gegen die SG Essen-Schönebeck können die Frankfurterinnen an diesem Sonntag die siebte Meisterschaft perfekt machen und eine erfolgreiche Saison krönen. Der FCR Duisburg als einziger Rivale muss auf einen Ausrutscher des Titel-Favoriten und auf Nachbarschaftshilfe hoffen.
„Ich weiß, dass sie dort hinfahren, um sich zu beweisen“, sagte FCR-Trainerin Martina Voss zu den Ambitionen der Mannschaft aus dem Essener Stadtteil. Frankfurts Trainer Hans-Jürgen Tritschoks, der sein Team am Sonntag (14 Uhr) zum letzten Mal betreut, geht mit Selbstvertrauen in die Partie: „Wir haben es selbst in der Hand und wollen noch einmal alle Kräfte mobilisieren, um unser großes Ziel zu verwirklichen.“
Titelverteidiger Frankfurt (51) hat einen Punkt Vorsprung auf Verfolger Duisburg (50), der beim Tabellendritten Bayern München antreten muss. Sollten die Duisburgerinnen nicht gewinnen, könnte sich der FFC dank des besseren Torverhältnisses sogar eine Niederlage leisten, um nach dem DFB-Pokal und dem Uefa-Cup die dritte Trophäe dieser Saison zu gewinnen. Das ist den Hessinnen 2002 schon einmal gelungen. „Wir wollen diesen Traum ein weiteres Mal Wirklichkeit werden lassen“, sagte Manager Siegfried Dietrich.
Dennoch sind die Frankfurterinnen gewarnt, denn Schönebeck hat in dieser Saison schon für manche Überraschung in der Bundesliga gesorgt. „Wir können befreit aufspielen, zudem dürften die Mehrfachbelastungen Frankfurt viel Kraft gekostet haben. Wir werden uns voll reinhängen“, versprach Essens Trainer Ralf Agolli einen großen Kampf. Bei einem Patzer des Tabellenführers könnte Duisburg mit einem Sieg in München zum ersten Mal seit 2000 wieder die Meisterschaft feiern.
Auf Frankfurter Seite wird sich derweil am Sonntag vielleicht eine weitere Persönlichkeit von der großen Bühne verabschieden. Zwei Wochen nach ihrem Abgang von der internationalen Fußball-Bühne hat FFC-Torhüterin Silke Rottenberg ein generelles Karriereende ins Kalkül gezogen. Wegen einer Operation an der Zehe will die zweimalige Weltmeisterin mit dem Bewusstsein ins Spiel gehen, „dass es mein letztes sein könnte“.
