FRANKFURT - Titelverteidiger Baskets Bamberg und Alba Berlin wahrten nur mit Mühe ihre weiße Weste in der Basketball-Bundesliga, doch für den Aufreger des 6. Spieltages sorgte eine defekte Korbanlage beim Spiel der Skyliners Frankfurt gegen die Phantoms Braunschweig.

Die Gäste erhoben nach der 91:94-Niederlage Einspruch, weil der Punkt der Hessen zum 68:71 in der 31. Minute irregulär erzielt worden sei. „Wir haben Protest eingelegt, weil beim Freiwurf von Kimmo Muurinen zu erkennen war, dass der Ball nur wegen der defekten Korbanlage reingegangen ist“, sagte Braunschweigs Trainer Sebastian Machowski. Danach wurde die Anlage repariert.

Die 4190 Besucher in der Frankfurter Ballsporthalle fühlten sich an das Fußball-Champions-League-Spiel Real Madrid gegen Borussia Dortmund erinnert, bei dem 1998 kurz vor dem Anpfiff das Tor umgefallen war. Bei einem Dunking-Versuch von Muurinen war die Federung der Korbanlage zu Bruch gegangen. Die Partie musste für rund 15 Minuten unterbrochen werden, ehe der Schaden nach dem ausgeführten Freiwurf behoben war.

Danach drehten die Frankfurter (6:4 Punkte) die Partie und feierten ihren dritten Saisonsieg vor heimischer Kulisse. „Wir haben nicht aufgegeben, toll gekämpft und irgendwann den richtigen Weg gefunden. Unser Kampfgeist hat mir sehr gut gefallen, daran können wir anknüpfen“, lobte Skyliners-Trainer Gordon Herbert. Vor allem die von der Bank gekommenen Pascal Roller und Muurinen (beide 13) waren die Garanten für die späte Wende.

Erst in der Schlusssekunde bescherte Brian Roberts dem Meister aus Bamberg ein glückliches 60:58 (27:36) gegen die Artland Dragons (8:4) und damit den sechsten Sieg im sechsten Saisonspiel. „Wir haben momentan mit uns selbst zu kämpfen, vor allem offensiv. Das war unser viertes Spiel mit unter 40 Prozent Wurfquote, trotzdem haben wir einen Weg gefunden, dieses Spiel zu gewinnen“, sagte Coach Chris Fleming.

Als Tabellenführer mit 12:0 Punkten sind die Franken wie der Fünfte Berlin (6:0) nach dem 75:66 bei Neuling Bayreuth weiter ungeschlagen, doch die 65:83-Pleite bei Virtus Rom zum Auftakt der Euroleague hat offenbar Spuren hinterlassen. Der Meister ließ die gewohnte Souveränität vermissen und lief lange einem Rückstand hinterher.