FRANKFURT - Die fetten Jahre für den deutschen Profi-Fußball sind vorbei. Nach fünf Jahren stetiger Verbesserung haben die 36 Erst- und Zweitligisten 2009 erstmals eine Verschlechterung der finanziellen Situation feststellen müssen. Immerhin ein Drittel der Vereine (2008: 7 Prozent) schrieb nach eigenen Angaben zum Abschluss der Saison 2008/09 Rote Zahlen. Gleich 53 Prozent gehen von einem weiteren Einnahme-Rückgang aus.
34 Profi-Clubs nahmen an der anonymen Umfrage teil. Jetzt rechnen 56 Prozent der Manager mit einer Verschlechterung, während 2008 noch 75 Prozent eine Verbesserung erwarteten. 30 Prozent erwarten rückläufige Einnahmen aus Banden- und Trikotswerbung sowie aus dem Verkauf von Logen.
Ganz besonders schlagen sich die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise bei Eintracht Frankfurt nieder. Dem Team aus der Bankenmetropole fehlen etwa fünf Millionen Euro im Vergleich zu 2008.
Arnd Hovemann, Autor der Studie Bälle, Tore und Finanzen geht allerdings davon aus, dass sich die Auswirkungen auf den deutschen Fußball in Grenzen halten. So sehen es auch die Manager, die kurzfristig auf die Kostenbremse treten, innerhalb der kommenden fünf Jahre aber mit einer Wende rechnen.
Im Vergleich zu den Ligen in England, Spanien und Italien hat die Bundesliga sogar Vorteile: Sie verteilt die Fernsehgelder über alle Teams, so dass die sportliche Kluft nicht zu groß wird. Hier bleibt das Geschehen spannend, während in den anderen drei Ligen nur wenige Teams das Geschehen dominieren und die Fans der anderen Mannschaften das Interesse am Geschehen verlieren.
