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nordwest-zeitung

Corona-pandemie Sport zwischen Bedauern und Entsetzen

Andreas Schirmer

Frankfurt - Wettkämpfe werden abgesagt, Ligen kommen zum Stillstand, Sportanlagen und Trainingszentren stehen vor der Schließung. Der Teil-Lockdown trifft den Sport mit Macht. Die Vertreter des Amateur- wie des Profisports reagieren zwischen Bedauern und Entsetzen.

Fragen offen

Die Beschlüsse der Kanzlerrunde vom Mittwoch lassen Fragen offen. Wie wird zum Beispiel zwischen Profi- und Amateursport unterschieden? Für Olympia-Starter, die sich nicht durch ihren Sport finanzieren können, könnten die öffentlichen Stadien und Hallen verschlossen bleiben. Der Frust sei nachvollziehbar bei allen, die mit einer „Vollbremsung wieder schweren Herzens Verzicht üben müssen“, sagte der Vizepräsident des Deutschen Schwimm-Verbandes, Uwe Brinkmann. Dieser Beschluss „verschärfe noch mal die Probleme auf sämtlichen Ebenen“.

Rätsel im handball

Profi- oder Amateursport? Diese Frage beschäftigt vor allem die Clubs der 3. Handball-Ligen. Alle erhielten am Donnerstag einen Brief des Deutschen Handball-Bundes, in dem steht: Alle Spiele dieses Wochenende finden statt. Den Status der Clubs und die Konsequenzen für den Spielbetrieb werde der DHB erst in der nächsten Woche „eruieren“. Das Problem sind uneinheitliche Voraussetzungen. Es gibt Teams, die unter Profi-Bedingungen arbeiten. Und solche, bei denen Spieler neben dem Handball einem Hauptberuf nachgehen.

Wie existenziell Zuschauer im Profihandball indes sind, unterstrich Geschäftsführerin Jennifer Kettemann vom Erstligisten Rhein-Neckar Löwen. „Handballspiele mit Zuschauern sind nicht nur unser großes Ziel, sie sind für unseren Sport auch überlebenswichtig“, sagte sie.

Fußball

Der Amateurfußball ist bereits fast zum Stillstand gekommen. Nach der Aussetzung des kompletten Spielbetriebs in den unteren Spielklassen im November steht nicht nur die Saison vielerorts auf der Kippe, sondern die Existenz von Vereinen. „Ich bin entsetzt über die Ignoranz und Geringschätzung gegenüber dem Sport und den Vereinen“, klagte der Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes, Hermann Winkler.  DFB-Vizepräsident Rainer Koch erwartet „weitreichende Folgen“ und bedauerte, dass „Vereine und Verbände wiederholt vor extremen Herausforderungen stehen, wenn wir daran denken, dass Mitglieder fernbleiben müssen, sich womöglich ganz abwenden oder Kinder gar keinen Zugang mehr zum Fußball im Verein finden“.

Absagen im Basketball

Im Basketball finden von Montag an unterhalb der Zweiten Ligen keine Spiele mehr statt. Der Deutsche Basketball Bund machte am Donnerstag deutlich, dass unter den Bereich Profisport nur die Bundesliga, die Pro A und Pro B bei den Männern sowie die Erste und Zweite Liga bei den Frauen fallen. Die Partien in den Profiligen finden ohne Zuschauer statt.

Die Bundesvorsitzende

Die Sportausschussvorsitzende des Bundestages unterstützt die Maßnahmen, versteht aber die Enttäuschung im Sport und übt klare Kritik. „Alle Vereinssportler dürfen sich dafür bei den verantwortungslosen Corona-Leugnern und Partygängern bedanken“, sagte Dagmar Freitag (SPD).

Landessportbund

Die Landessportbünde haben noch andere Probleme. Man sei „in größerer Sorge um das Vereinssystem und um seine wichtigen gesellschaftspolitischen Funktionen“, sagte Reinhard Rawe, Vorstandsvorsitzender des Niedersächsischen Landessportbundes. „Wir plädieren deshalb für so viel verantwortbaren Sport wie möglich“, sagte LSB-Präsident Wolf-Rüdiger Umbach.

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