FRANKFURT - Gut eine Woche vor dem Runden Tisch zum Thema Sicherheit am 23. April hat DFL-Geschäftsführer Christian Seifert Forderungen nach einer Kostenbeteiligung an Polizeieinsätzen bei Bundesligaspielen eine Absage erteilt. „Wir sind nicht bereit, Teilkosten zu übernehmen. Wir sehen schon verfassungsrechtlich keine Grundlage, uns zu beteiligen“, sagte Seifert am Dienstag in Frankfurt.
Immerhin 1,7 Milliarden Euro brutto fließen an Steuern und Abgaben aus dem Profi-Fußball in die öffentlichen Kassen. Im Gegenzug beteiligt sich der Staat mit rund 200 Millionen Euro an den anfallenden Kosten für Bundesligaspiele. Dies geht aus der am Dienstag vorgelegten Studie „Wirtschaftsfaktor Bundesliga“ der Unternehmensberatung McKinsey hervor.
„Für die Polizeieinsätze wurden in der Untersuchung 150 Millionen Euro zugrunde gelegt. Wir haben uns dabei an der von der Polizei höchstgenannten Summe orientiert“, sagte Seifert.
Der Boom in den Stadien hat sich auch auf die Attraktivität und damit die Außenwirkung der Bundesliga ausgewirkt. Mit einer Wertschöpfung von jährlich 5,1 Milliarden Euro und einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt von 0,2 Prozent trägt der Profi-Fußball mittlerweile wesentlich zum volkswirtschaftlichen Nutzen bei. „Der Fußabdruck des Profi-Fußballs ist größer denn je und die Schuhgröße der Bundesliga bemerkenswert“, kommentierte Seifert.
Untersucht wurden der volkswirtschaftliche Nutzen des Profi-Fußballs, seine Beschäftigungswirkung sowie die Steuer- und Abgabenflüsse in der Saison 2007/08. Zu diesem Zeitpunkt gab es durch den Fußball 70 000 Vollzeit- und 40 000 Teilzeitbeschäftigte. Die Nettosumme von 1,5 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben entspricht einem Anteil von 0,1 Prozent an den öffentlichen Einnahmen. „Mit dieser Summe könnte der Etat der fünf größten Universitäten in Deutschland finanziert werden“, sagte der Leiter der Studie, Thomas Netzer
