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NWZonline.de Sport Fußball

Der Kampf um Löws Wunsch-Elf

19.11.2019

Frankfurt Zumindest optisch waren die „Gäste“ bei der kleinen Feier zur erfolgreichen EM-Qualifikation in der noblen Villa Kennedy klar zu erkennen. Während die Nationalspieler und die Coaches in Trainingsklamotten für das Gruppenbild posierten, trugen Julian Draxler, Antonio Rüdiger, Thilo Kehrer und Kevin Trapp zivil.

Man sei dennoch „ein TEAM“, wie der DFB via Twitter nach dem Kurzbesuch des angeschlagenen Spieler-Quartetts verlauten ließ. Und doch herrscht in diesem Team – wie in allen Profimannschaften auch – ein großer Konkurrenzkampf. Das Gerangel um die elf Startplätze ist in vollem Gange, viel Zeit bleibt bis zur EM 2020 (12. Juni bis 12. Juli) nicht mehr. Nur noch fünf Länderspiele bis zum Turnierstart seien „nicht viel“, sagte Toni Kroos, „da muss man jede Minute nutzen“.

Im letzten Spiel dieses Jahres an diesem Dienstag (20.45 Uhr/RTL) in Frankfurt gegen Nordirland gibt Bundestrainer Joachim Löw einigen Reservisten eine Bewährungschance. Marc-André ter Stegen, Jonas Hector, Jonathan Tah und Julian Brandt dürften in die Startelf rücken. Der gesetzte Kroos betonte, dass diese Rotation auch im Sinne der Leistungsträger sei: „Es ist wichtig, dass sich allgemeine Abläufe einspielen. Bei einem Turnier fallen immer Leute aus, da ist es wichtig, dass andere nicht komplett unvorbereitet sind.“

Fest steht: Fünf Spieler haben ihre Stammplätze sicher, sollten sie sich nicht verletzen oder in ein großes Formtief fallen. Die Nummer eins im Tor ist wieder klar Manuel Neuer. Als neuer Abwehrchef hat sich Matthias Ginter festgespielt. Im defensiven Mittelfeld ist Joshua Kimmich gesetzt, neben oder vor ihm darf Kroos das Spiel organisieren. Im Angriff hat Serge Gnabry von Löw bereits eine Startelf-Garantie ausgesprochen bekommen („Gnabry spielt immer“).

Außerdem ist bekannt, dass Löw fest mit Leroy Sané plant. Teammanager Pep Guardiola von Manchester City nannte kürzlich den „Dezember, Januar, Februar“ als Datum für den Wiedereinstieg ins Training. Sollte der Offensivspieler annähernd an seine Form vor der Kreuzbandverletzung anknüpfen, ist er auf dem linken Flügel im DFB-Team gesetzt.

Ähnlich groß sind die Chancen auf einen Offensiv-Startplatz für den angeschlagenen Marco Reus, Timo Werner muss dagegen trotz seiner ausgezeichneten Torquote bei RB Leipzig zittern. Antonio Rüdiger hat im Kampf um den zweiten Innenverteidiger-Platz trotz der Verletzungsprobleme die Nase vorn. Doch sein Konkurrent Tah kann gegen Nordirland Pluspunkte sammeln. Auf den Außenpositionen sind momentan die Leipziger Lukas Klostermann und Marcel Halstenberg die Platzhalter.

Niklas Süle ist in Löws Startelf-Rechnung der Joker. Der Abwehrspieler von Bayern München ist hochmotiviert, nach seinem Kreuzbandriss rechtzeitig bis zur Endrunde fit zu werden. Er werde „keinen Druck“ ausüben, betonte Löw. Den Druck haben andere.

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