Frankfurt - Überraschung beim Deutschen Fußball-Bund: Das DFB-Präsidium hat sich für die Einberufung eines Außerordentlichen Bundestags ausgesprochen. Damit wäre der Weg geebnet, sollte über einen Saisonabbruch in der 3. Liga und der Frauenfußball-Bundesliga entschieden werden müssen. Die formelle Einberufung des Fußball-Parlaments solle laut Mitteilung „zu gegebener Zeit“ erfolgen, die Teilnahme und Abstimmung der über 250 Delegierten wird aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf digitalem Weg möglich sein.
Über einen Abbruch kann ausschließlich ein solcher Bundestag entscheiden. Eine Entscheidung über eine Fortsetzung der Saison mit Spielen ohne Zuschauer können Präsidium und Vorstand des DFB allein treffen. Beim Verband will man mit dem Vorstoß nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vorerst Zeit gewinnen.
Dies wäre ohnehin unerwartet gewesen, da erst am Donnerstag eine bedingungslose Soforthilfe von 7,5 Millionen Euro zugesagt worden war. Das Geld stammt aus einem Topf von 20 Millionen Euro der vier deutschen Champions-League-Starter und stellt die DFL zur Verfügung. Insgesamt 25 Clubs aus der 3. Liga und der Frauen-Bundesliga sollen etwa 300 000 Euro erhalten. Teams aus Vereinen der Männer-Bundesliga bekommen keine Soforthilfe aus dem Fonds.
In der 3. Liga tagt am Wochenende der Ausschuss, Anfang der Woche steht die nächste Videokonferenz der 20 Vereine an. Dann sollen auch alle Clubs über ein Konzept zur Fortsetzung der Saison im Bilde sein. Der Widerstand gegen die Austragung der letzten elf Spieltage ist nach wie vor vorhanden.
