FRANKFURT - Die Enttäuschung bei Eintracht Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen nach dem von Krawallen begleiteten 0:1-Pokalaus gegen den 1. FC Kaiserslautern am Mittwoch saß tief. Auch sein Pfälzer Kollege Stefan Kuntz konnte sich angesichts der unschönen Begleitumstände nicht so recht freuen. Acht verletzte Beamte und neun Festnahmen lautete die Bilanz der Polizei nach dem Spiel.

„Es muss einen Dialog geben, um diese gewaltbereiten Fans auszugrenzen. Das Thema wird uns noch lange Zeit beschäftigen“, sagte Bruchhagen. Weiter: „Es muss eine konzertierte Aktion der Deutschen Fußball Liga geben.“

„Es ist unverständlich, dass die Leute einerseits den Fortbestand des Namens Fritz-Walter-Stadion fordern, andererseits aber die Werte, die Fritz Walter verkörpert hat, mit Füßen treten“, kritisierte Kuntz die FCK-Randalierer.

Fans aus den beiden Lagern hatten auf dem Weg zum Stadion, im Stadion und nach dem Spiel mit Flaschen, Böllern und Steinen geworfen, Polizisten attackiert und Feuerwerkskörper gezündet. Ein Gästefan verletzte sich schwer, als er am Stadion-Bahnhof im Gedränge zwischen Bahnsteig und einen einfahrenden Zug geriet.

„Bei der Bestrafung der notorischen Krawallmacher werde ich zusammen mit Dr. Zwanziger das Gespräch mit allen Generalstaatsanwälten suchen. Wir lassen uns den Fußball nicht kaputtmachen“, erklärte Liga-Boss Reinhard Rauball in der „Bild“.

„Die Entwicklung ist erschreckend. Mit verbaler Gewalt wie Hassgesängen fängt es an, geht weiter über den gefährlichen Einsatz von Pyrotechnik bis zu direkter Gewalt“, sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger. Er will das Problem nicht allein der Polizei überlassen. Das Verbot von Stehplätzen ist demnach eine Überlegung.

Derzeit läuft ein Einspruch des Bundesliga-Absteigers Frankfurt gegen eine vom DFB-Kontrollausschuss geforderte Geldstrafe in Höhe von 20 000 Euro für Fan-Vergehen bei den Zweitligaspielen gegen Rostock sowie in Bochum und Dresden.

Dynamo Dresden rechnet nach den Ausschreitungen am Dienstag beim Pokalspiel in Dortmund (0:2) mit einem Geisterspiel. „Ich kann mir das durchaus vorstellen“, meinte Geschäftsführer Volker Oppitz, der zugab, dass der Club bei der Fan-Problematik an seine Grenzen gestoßen sei.