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Fußball Fans fehlen noch länger in Stadien

Eric Dobias

Frankfurt - Die Fußball-Bundesliga hat bei ihren Bemühungen für eine Rückkehr der Fans in die Stadien vorerst eine Absage aus der Politik erhalten. „Tausende Zuschauer in Stadien – das passt nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen“, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Montag mit. „Jetzt heißt es, keine vermeidbaren Risiken einzugehen. Das Konzept der DFL ist in der Theorie gut. Entscheidend ist in der Pandemie aber die Praxis im Alltag.“

Und auch von der Gesundheitsministerkonferenz wartete die Liga beim Sommer-Reizthema vergeblich am Montag auf positive Signale, zum Auftakt der Spielzeit Mitte September vor Publikum zu spielen. Das habe aus Sicht der Gesundheitsminister der Länder keine Priorität. Darin bestehe Einigkeit hieß es aus Teilnehmerkreisen. Bis zum 31. Oktober sei eine Öffnung der Stadien nicht zu befürworten.

Verheerendes Signal

Angesichts der wieder gestiegenen Corona-Fallzahlen herrscht Skepsis in der Politik, wie es Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ausdrückte. „Ich habe mich sehr für den Start von Geisterspielen eingesetzt, das läuft auch hervorragend. Aber bei vollen Stadion zum Bundesliga-Start bin ich außerordentlich skeptisch. Ich kann es mir derzeit nicht vorstellen“, sagte der CSU-Chef und betonte: „Es hätte eine verheerende Signalwirkung an die Öffentlichkeit. Sowohl was Kapazitäten im Medizinischen betrifft als auch gegenüber kulturellen Veranstaltungen.“

Darin herrschte auch Konsens bei der Gesundheitsministerkonferenz. „Wir sehen das Konzept der DFL als guten Willen und als gute Grundlage, sehen aber zwei Probleme“, sagte die Vorsitzende und Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Die Ausgestaltung der Hygienekonzepte werde den Gesundheitsämtern überlassen, welche jetzt schon sehr belastet seien. Das zweite Manko sei die An- und Abreise der Fans, die das Konzept nicht beinhalte. Das Nein bis zum 31. Oktober sei sogar die einstimmige Meinung der Ressortchefs gewesen, wie es aus weiteren Teilnehmerkreisen hieß.

Die Bundesliga, die 2. Bundesliga und die 3. Liga starten am dritten September-Wochenende in die neue Saison. Das DFL-Konzept sieht zunächst eine Rückkehr einer reduzierten Zahl von Fans ohne Stehplätze, ohne Alkohol und ohne Gästefans vor.

Immerhin Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer würde dem Zuschauerkonzept eine Chance geben. „Ich bin der Meinung, man muss ihnen die Chance geben, diese Sache zu erproben“, sagte der CDU-Politiker am Montag. Es sei wichtig, „dass wir auch an diesem Punkt einen Schritt nach vorn gehen“.

Zu viele Bedenken

Söder hingegen hat große Bedenken, nachdem die Corona-Zahlen zuletzt wieder über der Schwelle von 1000 Fällen pro Tag gelegen hatten. Für den 53-Jährigen wäre es daher „nicht klug, wenn wir Schulstart haben, wenn wir beginnenden Herbst haben, zu überlegen, dass wir zusätzlich 20 000, 25 000 Leute in den Stadien haben“. Er würde das Thema gern in der letzten August-Woche in Abstimmung mit dem Bund auf einer Ministerpräsidentenkonferenz erörtern. „Ich kann mir vielleicht im Laufe der Saison, aber nicht zum Liga-Start volle Stadien vorstellen“, betonte er.

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