FRANKFURT - FRANKFURT/DPA - Nach den Morddrohungen gegen Benjamin Huggel schützt Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt den Schweizer Nationalspieler. „Wir sind wachsam und haben schon Maßnahmen getroffen, aber wir werden keine zusätzlichen 50 Ordner aufstellen“, sagte gestern Eintracht-Sprecher Michael Feick. Huggel selbst, auf dessen Internet-Seite die Drohungen nach den Vorfällen beim WM-Qualifikationsspiel in der Türkei eingegangen waren, wolle indes keine Stellung nehmen.

„Es ist ein schwebendes Verfahren“, sagte Huggels Teamkollege Christoph Spycher, nachdem der Weltverband Fifa Ermittlungen aufgenommen hat. In türkischen Zeitungen und bei den heißblütigen Fans war Huggel als Auslöser der Tumulte dargestellt worden. Er hatte auf dem Rasen nach dem Abpfiff des 4:2-Erfolgs der Türken, durch den sie dennoch das WM-Ticket nach der 0:2-Niederlage im Hinspiel verpasst hatten, den türkischen Co-Trainer Mehmet Özdilek getreten. Der Assistenz-Coach hatte wiederum zuvor einem Schweizer Spieler ein Bein gestellt. Anschließend kam es zu Keilereien zwischen Spielern und Ordnern.

Allein am Tag nach den Ausschreitungen in Istanbul seien 4500 Kommentare – teilweise mit Morddrohungen – abgegeben worden. Das Gästebuch wurde daraufhin gesperrt. „Das hat nichts mehr mit Fußball zu tun. Jetzt weiß ich, warum er so nachdenklich war“, sagte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel.

Der türkische Außenminister Abdullah Gül verurteilte unterdessen die Randale. „Solche Ereignisse sollten nirgendwo auf der Welt passieren“, sagte das Regierungsmitglied. Gül mahnte eine sachlichere Diskussion an. „In Istanbul war kein Leben in Gefahr, und es wurde auch niemand verletzt.“ Es habe während des Spiels „unschöne Rufe und Plakate auf den Zuschauerrängen“ gegeben, die in ähnlicher Weise zuvor im Hinspiel vorgekommen seien.