Frankfurt - Nach dem Krisengespräch über den Streit zwischen Manuel Gräfe (44) und der Schiedsrichter-Chefetage des Deutschen Fußball-Bundes ist keine schnelle Schlichtung zu erwarten. „Die Analyse werden wir in aller gebotenen Sorgfalt machen und dann das Ergebnis bekanntgeben“, erklärte ein DFB-Sprecher am Mittwoch.
Bei dem Treffen am Dienstagabend in der DFB-Zentrale in Frankfurt hatte Bundesliga-Referee Gräfe seine Kritik am Vorsitzenden des Schiedsrichterausschusses, Herbert Fandel, und an Hellmut Krug, dem DFB-Schiedsrichtermanager, erneuert und Konsequenzen gefordert. Der Berliner hatte den beiden Funktionären „Vetternwirtschaft“ sowie „fehlende Transparenz“ bei Auswahl und Nominierung der Unparteiischen vorgeworfen.
Da es in dem Gespräch, an dem Schiedsrichter-Sprecher Felix Brych und der Vorsitzende der Elitekommission, Lutz Michael Fröhlich, teilnahmen, keine Annäherung der Positionen gab, könnte nun die im vergangenen Jahr gegründete und vom ehemalige Bundesaußenminister Klaus Kinkel geleiteten Ethik-Kommission des DFB den Fall übernehmen. Auch die Beilegung des Konflikts mittels einer Mediation wäre denkbar.
Klein beigeben will Gräfe aber nicht, wie aus einer nach der Unterredung von ihm veröffentlichten persönlichen Erklärung deutlich wurde. Darin betonte er, dass er immer für „mehr Gerechtigkeit und Transparenz“ sorgen wollte: „Der Einfluss von Herbert Fandel und Hellmut Krug sorgt leider immer noch für das Gegenteil.“ Zudem forderte Gräfe Konsequenzen vom Dachverband: „Es obliegt nun dem DFB, für Veränderungen zu sorgen.“
Bei dem Treffen selbst habe er nach eigener Aussage die Rolle des stillen Beobachters übernommen, um den Ausführungen von Brych zu folgen, der „seine ähnlichen persönlichen Erfahrungen in den letzten Jahren mit Hellmut Krug und Herbert Fandel sowie als Sprecher der Bundesliga-Schiedsrichter den Eindruck etlicher Schiedsrichter geschildert“ habe.
