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NWZonline.de Sport Fußball

Geschichte: Als Vereinigung hohe Erwartungen weckte

29.09.2020

Frankfurt Es war eine Szene für die Geschichtsbücher. Arm in Arm marschierten Kugelstoßer Ulf Timmermann und Hürdenläuferin Gabriele Lippe mit den Landesfahnen bei der Schlussfeier der Leichtathletik-EM 1990 in Split in das Stadion. Die Geste des DDR-Athleten und der Sportlerin aus der Bundesrepublik wenige Monate nach dem Fall der Mauer hatte Symbolkraft, die nicht nur die auf der Tribüne sitzende Heide Rosendahl-Ecker rührte. „Da hatte ich Tränen in den Augen“, sagt die Doppel-Olympiasiegerin im Weitsprung und mit der Sprint-Staffel von 1972 in München.

Für Alfons Hörmann nahmen die Leichtathleten vorweg, was offiziell – die Wiedervereinigung jährt sich am Samstag zum 30. Mal – folgte. „Die Botschaft der Sportler war klar: Wir sind ein Land und wir sind ein Team“, erklärt der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. Ganz so einfach war die mit großen Erwartungen verknüpfte Vereinigung der Sportsysteme der DDR und der Bundesrepublik nicht.

Die kühne Prognose von Franz Beckenbauer nach dem WM-Triumph 1990 in Rom, dass Deutschland mit Fußball-Größen der DDR wie Matthias Sammer oder Ulf Kirsten „unschlagbar“ werde, bewahrheitete sich ebenso wenig wie die Formel: Aus zwei erfolgreichen Sportnationen entsteht die erfolgreichste der Welt. Das sei „von Anfang an eine Milchmädchenrechnung“ gewesen, sagt Hörmann. Auch für Walther Tröger war es eine Gleichung, die nicht aufgehen konnte. „Man konnte nicht einfach alles zusammenwürfeln. Die Sportler im Osten hatten ein funktionierendes System verloren“, erklärt der 91-Jährige, der von 1992 bis 2002 Präsident des Nationalen Olympischen Komitees war.

„Der Spitzensport war ein regelrechter Sonderfall der deutschen Einheit“, meint die Historikerin Jutta Braun. Bundesdeutsche Politiker und Verbände hätten anfangs zu erkunden gehofft, „was denn die Geheimnisse hinter dem Sport im Wunderland DDR waren und welche Bausteine man imitieren oder übernehmen“ könne. Denn die DDR war bei den olympischen Kräftemessen seit Mexiko 1968 besser gewesen als die Bundesrepublik – „und das hatte sich dauerhaft festgesetzt“, so Braun. Zumal die DDR zwischen 1968 und 1988 über 500 Olympia-Medaillen gewann, die Bundesrepublik nicht mal die Hälfte.

Zunächst schien die Rechnung aufzugehen: Bei den Winterspielen 1992 in Albertville eroberte das vereinte Deutschland Platz eins im Medaillenspiegel, und bei den Sommerspielen in Barcelona lief es mit vereinten Kräften auch noch verheißungsvoll. „Der Spitzensport schien ein „Vereinigungsgewinn“. Da hatte man sich aber verkalkuliert“, betont Braun, die im Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam tätig ist. Denn die Strukturen und Entscheidungen im DDR-Sport seien in einer Demokratie nicht möglich gewesen: „Das fängt beim staatlichen Dopingsystem an.“

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