• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport Fußball

Militärgrüße und Affenlaute

16.10.2019

Frankfurt /Main Am Abend der Schande rückte der Sport in den Hintergrund. Affenlaute und Hitlergrüße von bulgarischen Chaoten, militärische Botschaften der türkischen „Wiederholungstäter“: Nicht zum ersten Mal geriet die EM-Qualifikation am Montag zur Plattform widerlicher Hetze und unnötiger Provokation. Der Europäischen Fußball-Union (Uefa) steht deshalb jede Menge Arbeit bevor.

Der Verband wollte zwar zunächst „die offiziellen Spielberichte analysieren und dann über etwaige Maßnahmen entscheiden“, leitete dann aber am Nachmittag bereits eine Ermittlung ein. Alles andere als die Verkündung nötiger Sanktionen in einem zweiten Schritt wäre aber eine Überraschung – weil die Betroffenen bereits in der Vergangenheit negativ auffielen.

Von einer „inakzeptablen Situation“ sprach daher auch Englands Trainer Gareth Southgate, nachdem seine Schützlinge in Sofia Affenlaute, höhnische Gesänge und gar den Hitlergruß von den Rängen erdulden mussten. „Wir haben aber die richtigen Antworten gegeben“ – durch den 6:0-Kantersieg und die Beschwerden bei den Offiziellen. Auch deshalb stand die Partie gleich zweimal vor dem Abbruch – es wäre das richtige Zeichen gewesen.

Das setzte – eher unfreiwillig – am Tag nach der Schande von Sofia der bulgarische Verbandspräsident Boris Michailow. Auf Druck von Premierminister Bojko Borissow trat er „als Ergebnis der Spannungen, die in den vergangenen Tagen auftraten“, von seinem Amt zurück. Das teilte der Verband BFU mit, auf dessen Geschäftsstelle es am Dienstagnachmittag zudem eine großangelegte Razzia gab.

Die Ereignisse hatten zuvor schon den britischen Premierminister Boris Johnson auf den Plan gerufen. „Das war ekelhaft und muss aus dem Fußball getrieben werden“, ließ er über seinen Sprecher mitteilen. Johnson werde sogar einen Brief an die Uefa schreiben, in der „harte Strafen“ gefordert werden. Alles andere als heftige Sanktionen wären auch überraschend. Schließlich stufte Uefa-Präsident Aleksander Ceferin die Strafen der Uefa als „die härtesten im Sport“ ein. Nach der Rechtspflegeordnung der Uefa droht den Bulgaren als Wiederholungstäter ein „Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit und eine Geldstrafe in Höhe von 50 000 Euro“.

Vor dem Abbruch stand das Duell zwischen Weltmeister Frankreich und der Türkei zwar nicht, der Torjubel der Gäste nach dem Treffer zum 1:1-Endstand sorgte allerdings erneut für heftige Diskussionen und Unverständnis. Vielleicht senkte Torschütze Kaan Ayhan vom Bundesligisten Fortuna Düsseldorf vorsichtshalber auch deshalb den Kopf, als seine Mitspieler vor den feiernden Fans den rechten Arm zum militärischen Gruß hoben. Das hatten sie schon in der Vorwoche beim Sieg gegen Albanien (1:0) getan, Ayhan damals allerdings auch.

Die Geste wird als Bezug auf die Offensive türkischer Streitkräfte in Nordsyrien gewertet, sie verstößt deshalb gegen die Uefa-Richtlinien, wonach politische Äußerungen in den Stadien verboten sind. Dem Verband TFF drohen nun Konsequenzen.

Nach der Aufnahme von Ermittlungen sind Sanktionen von einer Ermahnung über eine Geldstrafe bis hin zu einer Platzsperre oder gar Punktabzug möglich. Eine harte Strafe gilt aber als unwahrscheinlich, weil die Uefa den Spielern wohl erst einmal nachweisen müsste, dass sie mit der Geste tatsächlich die umstrittene Türkei-Offensive in Nordsyrien befürworten.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.