FRANKFURT/MAIN - Mit dem höchsten Punktabzug in der Bundesliga-Geschichte hat die Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL) den Zweitligisten TuS Koblenz für einen Verstoß gegen die Lizenzauflagen bestraft und bei den Rheinländern blankes Entsetzen ausgelöst. Den Koblenzern werden am Saisonende acht Zähler abgezogen, weil sie Spielerverträge von erheblicher wirtschaftlicher Relevanz nicht bei der DFL vorgelegt hatten.

Zudem muss der Verein eine Vertragsstrafe in Höhe von 200 000 Euro zahlen. Der Club werde bei der DFL Beschwerde gegen die Entscheidung einlegen und kann bei einem Scheitern den Vorstand des Ligaverbandes als zweite Instanz anrufen. Der Liga-Verband betonte jedoch, dass die Bestrafung keine Auswirkungen auf die Lizenzierung für die neue Saison hat.

„Das ist ein Drama. Der Klassenerhalt ist damit infrage gestellt“, reagierte TuS-Trainer Uwe Rapolder am Donnerstag entsetzt. Koblenz rutscht in der virtuellen Tabelle mit 32 Punkten auf den 14. Rang ab und hat nur noch drei Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den derzeit der 1. FC Kaiserslautern einnimmt. Grund für die Bestrafung der Koblenzer sind nachverhandelte Verträge mit zwei serbischen Spielern, die der im vergangenen Dezember zurückgetretene Präsident Hermann Gläsner nicht an die DFL gemeldet hatte.

„Aufgabe der DFL ist es unter anderem, mit Hilfe des Lizenzierungsverfahrens die Grundlage für einen fairen und spannenden Wettbewerb zu sichern. Es ist daher im Sinne der Gemeinschaft der 36 Profi-Clubs nicht hinnehmbar, wenn dieses europaweit als vorbildlich angesehene System durch Täuschung ad absurdum geführt wird“, begründete der für Finanzen und Lizenzen zuständige DFL-Geschäftsführer Christian Müller die harte Strafe.

Die bisherige Höchststrafe waren jeweils sechs Punkte Abzug für die damaligen Zweitligisten 1. FC Nürnberg (Saison 1995/96) und SSV Reutlingen (2002/03).