FRANKFURT/MAIN - Jürgen Kohler und
Lothar Matthäus scheiterten schon mehrmals. Littbarski und Buchwald zog es ins Ausland.
Von Alexander Sarter
FRANKFURT/MAIN - Am 8. Juli 1990 versetzten sie Deutschland in einen Freudentaumel, doch knapp 16 Jahre nach dem Triumph von Rom ist der Ruhm der deutschen Fußball-Weltmeister zum Großteil verblasst. Das Aus von Jürgen Kohler beim Bundesligisten MSV Duisburg zeigt einmal mehr, dass die meisten „Helden“ von damals abseits des Rasens nicht an ihren sportlichen Erfolg anknüpfen können. Schließlich scheiterte der 40-Jährige nicht nur in Duisburg. Auch als U 21-Nationaltrainer und Sportdirektor bei Bayer Leverkusen war nach kurzer Zeit Feierabend.Ein noch schlechteres Bild als Kohler gibt Lothar Matthäus ab. Er verpasste erst den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören und verspielte im hohen Fußballer-Alter einen Teil seiner Reputation, dann brachte er als Trainer nicht allzu viel auf die Beine.
Den österreichischen Traditionsclub Rapid Wien führte Matthäus 2002 auf Rang acht und damit zur schlechtesten Platzierung in der Clubgeschichte. Der Titelgewinn 2003 in Serbien und Montenegro mit dem Spitzenverein Partizan Belgrad war kein Kunststück, mit Ungarn scheiterte der Rekordnationalspieler in der WM-Qualifikation, und beim brasilianischen Erstligisten Atletico Paranaense warf er schnell hin.
Nicht besser als Kohler und Matthäus erging es dem Torschützen zum damaligen 1:0-Finalerfolg gegen Argentinien. Andreas Brehme wurde erst beim 1. FC Kaiserslautern entlassen, gab beim Zweitligisten Unterhaching auf und musste zuletzt als Assistent von Giovanni Trapattoni gemeinsam mit seinem Chef den Platz beim VfB Stuttgart räumen.
Immerhin einen Job haben Klaus Augenthaler, Rudi Völler, Guido Buchwald und Pierre Littbarski. Während Augenthaler in der Bundesliga mit dem VfL Wolfsburg um den Klassenerhalt kämpft, und Völler als Leverkusener Sportdirektor immer neuen Ärger in der Affäre um Ex-Manager Reiner Calmund verdauen muss, betrachten „Diego“ und „Litti“ den deutschen Fußball aus der Ferne. Trotz ihrer Erfolge in Japan und Australien sind die beiden 45-Jährigen ganz weit weg vom großen Sport.
Doch selbst um solche Jobs werden Buchwald und Littbarski wohl von den mehr oder weniger in der Versenkung verschwundenen WM-Kameraden Thomas Berthold, Bodo Illgner, Andreas Möller und Thomas Häßler beneidet. Ob aber einer von ihnen dieser Tage Bundestrainer Jürgen Klinsmann ums Amt beneidet, ist fraglich.
