FRANKFURT/MAIN - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) wollen in Zukunft im Kampf gegen Gewalt im Fußball noch weitreichender kooperieren. Das ist das Ergebnis eines Meinungsaustausches von Vertretern des DFB und der DFL mit verschiedenen Innen- und Sportministern. „Es war ein konstruktives Gespräch, in dem klar geworden ist, dass DFB und DFL einerseits bereits eine Menge gegen Gewalt am Rande von Fußballspielen tun, wir dieses Problem andererseits aber nur weiter in den Griff bekommen, wenn alle noch enger zusammenarbeiten“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger.
Einig waren sich die Teilnehmer, dass die Initiative von Ligapräsident Reinhard Rauball, einen „Runden Tisch“ auszurichten, ein erster Schritt zur gemeinsamen Arbeit gegen Gewalt bei Fußballspielen ist. Im März soll bei einem Treffen mit Bundesinnenminister Thomas de Maiziere über eine Verbesserung im Vorgehen gegen gewaltbereite Anhänger beratschlagt werden. De Maiziere hatte beklagt, Polizisten müssten auch für Spiele der 3. und 4. Liga Überstunden leisten.
„Wir werden alles daran setzen, dass es uns gemeinsam gelingt, das Gewaltpotenzial bei Fußballfans weiter herunterzufahren“, sagte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer, Vorsitzender der Innenministerkonferenz (IMK).
Innenminister Ingo Wolf (Nordrhein-Westfalen), der wie sein niedersächsischer Kollege Uwe Schünemann am Gespräch teilnahm, will den Fußball nicht für die Polizeieinsätze zur Kasse bitten. „Warum soll der Fußball zahlen, wenn Links- und Rechtsextremisten bei Demonstrationen oder gewalttätige Fans bei Rockkonzerten oder im Karneval ohne eine Kostenbelastung davonkommen?“, fragte Wolf vor dem Treffen.
Als Vorbereitung auf den „Runden Tisch“ sollen in Gruppen Themenbereiche vorbereitet werden. Dazu gehören die Intensivierung der Abstimmung zwischen DFL, DFB und IMK bei der Spielplangestaltung in den ersten vier Ligen, die Initiierung einer Präventionskampagne zum Thema Gewalt, Maßnahmen zum kontrollierten Kartenverkauf an Auswärtsfans bei Risikospielen und zur Sanktionierung von Gewalttätern sowie zur Entlastung der Sicherheitsbehörden.
