FRANKFURT - Mit kleinen Schritten strebt Werder Bremen das rettende Ufer an. Doch das mögliche Geisterspiel in der Fußball-Bundesliga stößt bei Trainer Thomas Schaaf auf wenig Gegenliebe. Die Bremer sollen nach dem Urteil des DFB-Sportgerichts ihre Auswärtspartie beim FC St. Pauli am Ostersonnabend ohne Zuschauer bestreiten. Es gibt dabei keine Gewinner. Wir wären traurig, wenn wir vor leeren Rängen spielen müssten, sagte Schaaf am Sonntag.
St. Pauli hat gegen das Urteil nach dem Becherwurf-Skandal Einspruch eingelegt und eine mündliche Verhandlung beantragt. Eine Entscheidung fällt wohl diese Woche. Laut Schaaf müsse der DFB natürlich auf den schweren Vorfall reagieren. Prinzipiell wäre so ein Spiel ohne Zuschauer aber nicht gut, sagte der 49-Jährige.
Das 1:1 am Freitagabend im Abstiegsduell bei Eintracht Frankfurt erhitzte derweil noch zwei Tage später die Gemüter. Schaaf, der sich nach Spielende mit Eintracht-Trainer Christoph Daum ein intensives Wortgefecht über Frankfurts Maik Franz geliefert hatte, bekräftigte seine Kritik an dem rustikalen Abwehrrecken. Der hatte den Bremer Denni Avdic bei einem Zweikampf mit der Hand im Gesicht getroffen und dabei verletzt.
Maik Franz muss sein Verhalten überprüfen. Er ist ein guter Bundesligaspieler, aber das ist nicht das, was die Fans sehen wollen, erklärte Schaaf am Sonntag. Mit den Worten Der Fairplay-Gedanke wurde mit Füßen getreten hatte er unmittelbar nach Spielschluss Daum auf die Palme gebracht.
Solche Szenen gibt es ständig. Aber bei Franz wird immer gleich eine Hetzjagd daraus gemacht. Ihn an den Pranger zu stellen, das finde ich unfair, hatte der 57-Jährige gekontert. Einmal in Fahrt, bekam auch der Unparteiische Florian Meyer sein Fett weg: Bremen hat kein reguläres Tor erzielt. Das war ein ganz klares Foul. Halil Altintop wird ganz klar gedrückt, bewertete Daum die Szene zum 0:1 (58.), in der der Frankfurter hart bedrängt von Sandro Wagner den Ball ins eigene Netz befördert hatte.
Aber auch Werder war nicht gut auf Meyer zu sprechen. Erst erkannte der Referee aus Burgdorf ein reguläres Tor von Petri Pasanen (31.) wegen angeblicher Torwartbehinderung nicht an, dann verwehrte er den Bremern bei einem Handspiel von Sebastian Jung im Strafraum einen Elfmeter. Es häuft sich leider, dass solche Szenen gegen uns gepfiffen werden, klagte Werder-Kapitän Torsten Frings.
Ein Sonderlob erhielt Tim Wiese. Der Torwart war zwar gegen den Kopfball von Martin Fenin (83.) zum Ausgleich machtlos, rettete aber mit mehreren Weltklasseparaden Werder das Remis. Er war großartig, lobte Schaaf den Schlussmann. Und so kam Geschäftsführer Klaus Allofs nach der sechsten Partie in Serie ohne Niederlage zu seinem Fazit: Das war kein verlorener Tag.
