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NWZonline.de Fussball

Ständige Vergleiche mit Männern ergeben keinen Sinn

12.06.2019

Über Pfingsten habe ich meine Eltern in Ostfriesland besucht. Seit Jahrzehnten ist es Tradition, dass ich im Ferienmodus die alten ‚Brigitte‘-Zeitschriften meiner Mutter durchblättere. Da ich nicht so häufig dort bin, stapeln sich die Blättchen, was gut ist, denn mittlerweile haben meine acht- und elfjährigen Töchter diese Tradition übernommen und so ist genug für alle da!

Mit den Augen stolperte ich über die Kolumne eines Paartherapeuten, die sich damit beschäftigte, dass man dringend in (s)einer Beziehung mit dem ewigen gegeneinander Aufrechnen und Vergleichen aufhören sollte. Wie Recht er hat, dachte ich und dachte dann weiter, dass diese Problematik wohl für jede Beziehung gilt. Auch für ‚unsere’ aller Beziehung zum Frauenfußball.

Wir haben ein Beziehungsproblem mit dem Frauenfußball, weil wir ihn immer wieder gerne mit unserem langjährigen Weggefährten, dem Männerfußball, vergleichen – und das, obwohl wir mit dem Frauenfußball selbst noch gar keine große Beziehung aufbauen konnten. Denn während mit dem WM-Titel der deutschen Männer 1954 eine ganze Nation ihre Ehre zurückgewann, war der Frauenfußball bis 1970 vom DFB offiziell verboten. Die Historie des deutschen Frauenfußballs ist dementsprechend vergleichsweise überschaubar.

Erst 2003, also knapp 50 Jahre nach dem Wunder von Bern, wurden die Frauen durch das „Golden Goal“ von Nia Künzer zum ersten Mal Weltmeister.

Ich bin überzeugt davon, dass die fehlende Tradition ein Grundproblem des Frauenfußballs ist. Ein über fast 50 Jahre gewachsenes Vakuum lässt sich weder füllen noch aufholen. Womit auch?

Auch im fußballerischen Alltag, also im Ligabetrieb fehlt es – logischerweise – an Tradition. Die eingleisige Frauenfußball-Bundesliga gibt es erst seit 1997. Das Leistungsgefälle ist enorm groß, was die Liga nicht unbedingt attraktiver macht. Im Schnitt kamen in der abgelaufenen Saison 833 Zuschauer ins Stadion. Der groß gewachsene Männerfußball spendet viel Schatten und überstrahlt die Frauen. Das hat er sich erarbeitet. Ein Vorwurf wäre daher unangebracht.

Die Voraussetzungen aufgrund der Sozialisation sind also unvergleichbar. Wenn überhaupt, dann dürften wir nur das Fußballspiel an sich in Beziehung setzen. Und das ist natürlich wie in vielen anderen Sportarten auch – denken wir an Tennis oder Handball bei den Männern – deutlich athletischer, schneller, kraftvoller als bei den Frauen. Das ist eine Frage der Physiologie, der körperlichen Beschaffenheit. Auch hier ergibt ein Vergleich also keinen Sinn.

Wir können es also drehen und wenden und diskutieren wie wir wollen ... wir sollten dazu übergehen, fußballspielende Männer und Frauen vom Beziehungsstatus getrennt zu veranlagen.

Wobei mir gerade auffällt – und Ihnen vielleicht auch: In dieser meiner Kolumne tue ich seit 104 Zeilen nichts anderes, als Frauen- und Männerfußball zu vergleichen. Herrje. Aber damit soll jetzt Schluss sein. Zumindest für diese WM. Versprochen! Der ,Brigitte‘ sei dank!

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