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Anwohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten
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Aktualisiert vor 22 Minuten.

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Anwohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten

NWZonline.de Fussball

Sympathien gewonnen, aber Individualität verloren

03.07.2019

Nur die Pferdeschwänze reichten dann leider doch nicht. Es waren die Eier, die gefehlt haben. Ohne Eier kein WM-Titel. Mit dem ersten Gegentor bei der WM schmolz die starke, progressive und bis dahin heile Fußballwelt der deutschen Frauen in der gleißenden Sonne von Rennes dahin wie ein Stück Butter. Ein erstes Gegentor und die Deutschen zogen ihre (Pferde-) Schwänze ein. Das war mein Eindruck als Zuschauerin im Stadion und er hat mich überrascht. Das Aus im Viertelfinale gegen Schweden, das gleichbedeutend ist mit dem Aus für Olympia 2020 in Tokio, tut weh. Sehr weh sogar. Aber ist jetzt alles schlecht? Nein!

Rein fußballerisch, davon bin ich fest überzeugt, können die deutschen Frauen mithalten – mit allen. Auch wenn viele Nationen aufgeholt haben und die USA möglicherweise aktuell doch in einer anderen Liga spielen.

Deutschland hat viel verloren bei dieser WM, doch auf der menschlichen Ebene haben die Spielerinnen gewonnen. An Sympathien und an Identität. Sie spielen nicht mehr für eine Nation, die ihre Namen nicht kennt. Man wird sich an fröhliche, aufgeschlossene, lustige junge Frauen erinnern. So haben sie sich während des Turniers präsentiert. Was mir allerdings gefehlt hat, sind Persönlichkeiten. Um im Kontext zu bleiben: auch hier fehlten mir die Eier. Die individuelle fußballerische Klasse ist da, doch es mangelt an Individualität. Vor dem Schweden-Spiel war ich durch meinen Job im deutschen Teamhotel unterwegs. Eine sympathische Truppe, die für mich aber auch ein bisschen wie eine Armee aus Nationalspielerinnen wirkte, die sehr stromlinienförmig und gleichförmig ihren Tagesablauf ‚abarbeitete’. Insgesamt fehlten mir die Ecken und Kanten.

Gibt es die nicht oder dürfen die nicht? Es kursieren ja Gerüchte, wonach der führungslose DFB angeblich kritische Äußerungen der Spielerinnen zum Thema Gleichbehandlung nicht autorisiert bzw. verwässert hat. Das wäre natürlich ein falsches Signal.

Wie individuell darf oder kann man sein im hochprofessionellen Leistungssport und in einer durchmedialisierten Welt, in der jede Spielerin über die sozialen Netzwerke ein stückweit ihr eigenes Medienhaus ist? Das frage ich mich. Wenn im Umfeld alles in gewisser Weise irgendwie auch vorgegeben wird, vielleicht fehlen dann einfach auch auf dem Platz die Typen, die sich trauen, lautstark den Mund aufzumachen und das Team mitzureißen? Daran müsste meiner Meinung nach gearbeitet werden und eine Rückbesinnung stattfinden.

A propos: Gestern genau vor 30 Jahren wurden die deutschen Frauen zum ersten Mal Europameister. In Osnabrück gegen Norwegen. Als Prämie gab es das viel zitierte Kaffeeservice. Die vier Halbfinalisten Deutschland, Norwegen, Schweden und Italien waren allesamt in der eher spartanischen Sportschule Kaiserau untergebracht und ließen es nach dem Finale gemeinsam krachen. Sie alle waren die Pioniere des Frauenfußballs. Damals musste man noch Eier haben, um zum Frauenfußball zu stehen. Das hat sich zum Glück geändert – doch gegen Eier auf und neben dem Rasen hätte ich absolut nichts einzuwenden.

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