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NWZonline.de Sport Fußball

Nachlässige Dortmunder geben Rätsel auf

07.10.2019

Freiburg Die Miene von Hans-Joachim Watzke war versteinert, Michael Zorc legte den Kopf mit geschlossenen Augen in den Nacken, Lucien Favre hatte Fragezeichen im Gesicht – als sich der Mannschaftsbus von Borussia Dortmund in Bewegung setzte, sahen die Granden in der ersten Reihe so aus wie Marco Reus sich fühlte. „Da ist man bedient“, gab der Kapitän nach dem 2:2 (1:0) beim SC Freiburg kopfschüttelnd zu.

Reus konnte nicht glauben, dass der BVB zum dritten Mal in Folge mit demselben Ergebnis vom Platz gegangen war – und zum dritten Mal in Folge eine Führung nicht über die Zeit gebracht hatte. Noch bitterer als das Remis beim erneut starken Überraschungsteam aus dem Breisgau war allerdings der Auftritt der Westfalen in der letzten Partie vor der Länderspielpause.

Trotz des späten Freiburger Ausgleichs durch ein Last-Minute-Eigentor von Manuel Akanji (90.) hatten die schwachen Gäste unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Präsident Fritz Keller nicht mehr als einen Punkt verdient. Der selbst ernannte Meisterschaftsanwärter hinkt den eigenen Ansprüchen immer weiter hinterher.

„Drei Unentschieden in Folge – das ist zu wenig, ganz klar“, gab Reus unumwunden zu. Nicht einmal die Niederlage des großen Rivalen Bayern München konnte den Nationalspieler trösten: „Das bringt uns alles nichts. So lange wir unsere Spiele nicht gewinnen, brauchen wir nicht auf andere Plätze zu schauen.“

Freude beim Zuschauen in Freiburg bereitete aus BVB-Sicht eigentlich nur das Traumtor des Belgiers Axel Witsel (19.). Ansonsten ging vor allem in der Offensive so gut wie nichts. Nach dem Ausgleich durch Senkrechtstarter Luca Waldschmidt (55.) brachte nur ein Eigentor des Freiburgers Lukas Kübler (67.) die Gäste auf die Siegerstraße.

Das sah auch Sebastian Kehl so. „Das war erneut nicht unser bestes Spiel, das muss man auch ganz klar so sagen“, äußerte der Lizenzspielerchef: „Wenn man sich das zweite Tor anschaut, spiegelt das unsere Situation gerade so ein bisschen wider.“

Julian Brandt legte den Finger in die Wunde. „Wir spielen einfach keinen guten Fußball. Wir haben ein paar Baustellen“, sagte der Nationalspieler: „Die Raumaufteilung ist nicht gut, wir sind zu ungenau, zu schlampig. Deshalb müssen wir in den Kampfmodus. Und da gibt es Mannschaften, die besser sind.“ Der untaugliche Versuch, alles nur spielerisch zu lösen, stieß Favre unangenehm auf. „Die Aggressivität hat gefehlt“, äußerte der Trainer, der seinen Schützlingen ein schlechtes Zeugnis ausstellte: „Einige Sachen haben gefehlt.“

Auch Favre selbst gerät immer mehr in die Kritik. Falsche Taktik, falsche Aufstellung, falsche Entscheidungen an der Seitenlinie – die Liste der Vorwürfe in Richtung des Schweizers ist mittlerweile ziemlich lang. Entscheidend sind die zwölf Punkte nach sieben Partien – das ist die schlechteste BVB-Bilanz zu diesem Zeitpunkt der Saison seit fünf Jahren.

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