FRIESOYTHE - FRIESOYTHE - Der haushohe Favorit wankte, fiel aber nicht: Mit 9:8 nach Elfmeterschießen hat der Landesliga-Vizemeister TuS Pewsum am Sonnabend in einem echten „Final-Krimi“ den klassentieferen SV Hansa Friesoythe niedergerungen und sich den Fußball-Bezirkspokal gesichert. Zum Ende der regulären Spielzeit hatte es 4:4 gestanden. „Das war ein hartes Stück Arbeit. Friesoythe hat eine starke Mannschaft“, atmete Pewsums Trainer Ewald Heikes nach 100 nervenaufreibenden Minuten durch. Sprachlos war dagegen sein Gegenüber Bernd Meyer: „So ist eben Fußball.“
Der gastgebende Bezirksligist brachte sich gegen den Niedersachsenliga-Aufsteiger selber um den greifbar nahen Erfolg, denn er hatte gleich dreimal in Führung gelegen. Ausschlaggebend für die Niederlage war aber weniger der von Hansa-Kapitän George Raikov letztendlich nicht verwandelte Elfmeter – der eigens für das Penalty-Schießen eingewechselte TuS-Keeper André Popp parierte mit einer Glanzparade –, sondern zwei vorangegangene Strafraumszenen.
Erstens: Die frühe 1:0-Führung durch Timo Moorkamp (7.) egalisierten die Hanseaten prompt selber. Libero André Meins fing den direkten Gegenzug ab und passte die Kugel auf seinen Torwart André Middeke zurück. Dieser verstolperte aber, und der Ball landete im Netz (8.). „Ich wollte ihn mit dem linken Fuß wegschlagen“, nahm der Schlussmann den Ausgleich auf seine Kappe.
Zweitens: Ein umstrittener Strafstoß in der Nachspielzeit, der die Gäste ins Elfmeterschießen rettete. Im dichten Gewühl fiel Manfred Eeten, und Schiedsrichter Hartmut Marx (Heidkrug) zeigte auf den „Punkt“. „Das war höchstens ein Rückpass“, protestierte Meyer. Sei’s drum. Eeten trat selber an und verwandelte zum 4:4 (90.+2).
Letztendlich ging der Pewsumer Sieg (Heikes: „Das war nach der verlorenen Meisterschaft unser Minimalziel“) in Ordnung. Zwar kaufte Friesoythe den spielerisch überlegenen Ostfriesen in der ersten Halbzeit mit einem unbändigen Kampfgeist den Schneid ab und führte zur Pause verdient 3:2. Im zweiten Durchgang waren aber fast nur die Pewsumer am Drücker. Diese hätten 120 Sekunden nach dem 3:3 durch Thomas Kahl (63.) alles klar machen können, Eetens Kopfball landete aber an der Latte. Stattdessen sorgte der eingewechselte Hansa-Youngster Dennis Pollmann mit dem 4:3 (88.) für die scheinbare Entscheidung – die Friesoyther Fans jubelten aber zu früh.
