FüRTH - Den ersten Aufstiegssekt lehnte Mike Büskens (44) noch dankend ab, in der Nacht mutierte der knorrige Aufstiegstrainer (als Spieler gewann er 1997 mit Schalke 04 den Uefa-Cup) auf der Fürther Feiermeile dann zum Partylöwen. Bis morgens um vier bejubelten der Bundesliga-Macher, seine Spieler und tausende Anhänger auf der stadtbekannten Gustavstraße das berauschende Finale der fränkischen Unaufsteigbar-Tour nach acht ganz knapp verpassten Erstliga-Aufstiegen seit 2001. Für uns hat das historische Dimensionen. So viele haben gemeint: Die wollen nicht, die können nicht. Und jetzt haben wir es den allen gezeigt, sagte Büskens.
Ein Traum ist wahr geworden. Wir sind stolz, dass wir es geschafft haben, kommentierte auch Manager Rachid Azzouzi (41). Zusammen mit Büskens hatte er die aufstiegsbringende 1:2-Pleite von Fortuna Düsseldorf in Dresden live auf der Tribüne mitverfolgt, die Hände empor gerissen und die Sektgläser doch stehengelassen. Erst nach der 330 Autobahnkilometer langen Heimfahrt ließen es die beiden krachen.
Mit einem praktisch uneinholbaren Vorsprung von neun Punkten und 31 Toren auf den Tabellendritten SC Paderborn gehen die Spieler um Routinier Gerald Asamoah (33) nun in den Liga-Endspurt.
Auf den 52. Neuling der Bundesliga-Historie wartet in der Saison 2012/13 Neuland und zweifelsohne der Abstiegskampf. Wie der Kader aussehen wird, ist noch offen, große finanzielle Sprünge werden sich die Franken aber kaum erlauben können. Auch bei der Infrastruktur hat der Kleeblatt-Club noch Nachholbedarf, das 1910 errichtete Ronhof-Stadion genügt kaum Bundesliga-Standards. Eine neue 35 Millionen Euro teure Arena ist in Planung, soll aber erst 2014 fertig werden.
Vom Aufstiegsteam hat bisher nur Stephan Schröck seinen Abschied angekündigt, er wechselt im Sommer zu 1899 Hoffenheim.
