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NWZonline.de Fussball

Amateurfußball: „Die Generalsabsage war richtig“

20.03.2020

Im Nordwesten Das Virus Covid-19 hat den Fußball deutschlandweit zum erliegen gebracht. In den Medien wird über die Auswirkungen auf den Profifußball diskutiert, Experten - darunter auch viele selbsternannte – diskutieren auf allen Kanälen über eine mögliche Weiterführung oder den Abbruch der Spielzeit. Wir haben uns einmal an der Basis umgehört und verschiedene Vereine von der Kreisliga bis zur Landesliga um ihre Einschätzung gebeten. Im ersten Teil geht es um mögliche Szenarien zur Weiterführung der Saison und Vorschläge zur Reform des gesamten Saisonverlaufes.

Das gute vorweg: Bei allen von uns angeschrieben Vereinen gibt es bis jetzt keine Corona-Erkrankungen. Die Absage der Spieltage bis vorerst zum 19. April zeigt Wirkung. Rolf Oppenländer vom WSC Frisia Wilhelmshaven begrüßt die Entscheidung des NFV: „Die Generalabsage ist in Anbetracht der Situation und zum Schutze aller genau richtig. Hier hat die Gesundheit eindeutig Vorrang.“ Gleichlautend äußert sich der sportliche Leiter vom Kreisligisten Rot-Weiß Sande, Michael Janßen. „Sie ist in Anbetracht der aktuellen Situation völlig richtig“, erklärt er. Mario Rauch vom Landesligisten Germania Leer hätte sich sogar ein früheres Eingreifen des NFV gewünscht. „Wir können die Absage natürlich absolut nachvollziehen. Mit dem Wissen von heute hätte man vielleicht schon früher solche Maßnahmen in Betracht ziehen sollen.“ Er ist sich aber mit seinen Kollegen der anderen Vereine einig, dass es keine Alternative zur Absage geben kann. „Die Gesundheit und Sicherheit von Menschen muss immer über den Interessen des Fußballs oder des Sports stehen.“ Auch Servet Zeyrek, Trainer des Kreisligisten Ahlhorner SV, begrüßt die Unterbrechung der Saison. „Dies ist genau die richtige Entscheidung. Die Gesundheit ist das wichtigste Gut und muss geschützt werden. Es ist schade, das wir unserem liebsten Hobby nicht mehr nachgehen können, aber durch diese Zeit müssen wir durch.“ Auch Stefan Jasper, Trainer des Bezirksligisten SV Brake, befürwortet die Absage. „Die Absage ist natürlich richtig. Der Fußball hat kein Alleinstellungsmerkmal in der Gesellschaft, sondern ist Teil davon. Die Gesundheit des Einzelnen steht über allem. Generell gibt es im Moment wichtigere Themen als Fußball oder wann es damit weitergeht.“

Auch wenn bis jetzt kein Ende der Unterbrechung abzusehen ist, beschäftigen sich alle von uns befragten natürlich mit der Zeit danach. Wann wird der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden können? Wird die Saison abgebrochen? Wie wird eine Auf-und Abstiegsregelung aussehen? Durch die Verschiebung der Europameisterschaft ins kommende Jahr hat man auch für die unteren Ligen etwas Zeit gewonnen. Die Spielordnung sieht vor, dass der 30. Juni das Saisonende darstellt. Bis dahin könnte also die Saison verlängert werden. Nicht unwichtig ist auch die Frage, wie bei einer Fortsetzung des Ligabetriebs die Spieler schnell wieder in Form kommen. Beim WSC Frisia und in Ahlhorn hat jeder Spieler die Empfehlung erhalten, individuell seinen Fitnessstand zu erhalten. Der SV Brake hat sein Training vorerst bis zum 19. April ausgesetzt. Die Spieler haben aber Trainingspläne erhalten, so das sich die Akteure fit halten können. Auch bei Germania Leer ist so verfahren worden. „Wir haben abgewartet, wie sich der NFV im Laufe der Woche noch äußert. Nach der weiteren Aussetzung des Spielbetriebs und anderen Maßnahmen, die es derzeit in Niedersachsen gibt, findet auch kein Training statt. Die Spieler sind angehalten, sich selbst individuell fit zu halten. Die Situation ist schwierig, weil natürlich überhaupt noch kein Ende absehbar ist“, sagt Rauch. Auch der Trainer des Kreisligisten VfL Oldenburg II, Steffen Janßen, hat seinem Team geraten, sich individuell fit zu halten. „Dies ist natürlich immer abhängig von der Entwicklung der gesamten Lage“, sagt Janßen, der Zweifel daran hegt, dass die Saison fortgesetzt werden kann. „Ich persönlich glaube nicht an eine Fortsetzung der Saison.“ Für ihn wäre es eine mögliche Lösung, dass die Spielzeit ohne Auf-und Absteiger beendet wird. „Man könnte alle Nachholspiele mit je drei Punkten werten.“ Ähnlich äußerte sich auch Mario Rauch: „Realistisch betrachtet wird sich die Situation selbst in sechs bis acht Wochen noch nicht endgültig entspannt haben. Ob die Saison daher überhaupt beendet werden kann, ist sehr fraglich. Wir setzen diesbezüglich auf eine gute Abstimmung der Vereine mit den Fußballkreisen, um eine Lösung zu finden, die möglichst allen gerecht wird. Doch bereits jetzt dürfte klar sein, dass man die Saison nur dann über die Bühne bringen kann, wenn weit bis in den Sommer hinein weitergespielt wird.“ Seinen Worten nach war der Termindruck aber vorher schon ein Thema in der Landesliga. „Wir haben wir auch vor der rasanten Corona-Verbreitung große Zweifel daran gehabt, dass die Landesliga-Saison rechtzeitig beendet werden kann. Da waren allerdings noch die Wetterlage und die wenigen möglichen Nachholtermine die Faktoren, die uns zweifeln ließen. Dabei sind wir noch in einer vergleichsweise guten Situation, wenn man sieht, dass Union Lohne, Firrel und Voxtrup gerade mal 15 Spiele absolviert haben.“ Er fügt an, dass dies im Moment aber eher ein kleineres Problem ist. „Ehrlich gesagt haben wir uns damit bisher noch nicht wirklich beschäftigt. Die Ausbreitung des Virus macht uns gerade mehr Sorgen als der Fußball.“ Beim WSC Frisia und in Sande hofft man, dass es ein sportlich faires Ende der Spielzeit gibt. „Wenn die Saison fortgesetzt wird, dann sollte im Interesse aller Vereine die Spielzeit zu Ende gespielt werden“, sagt Sandes sportlicher Leiter Janßen, während Rolf Oppenländer es im Sinne des Sportes als gerecht empfindet, wenn die Saison sportlich zu Ende gebracht wird. Auch für Brakes Trainer wäre eine Verlängerung der Saison der richtige Weg. „Wenn es irgendwann weitergeht, gäbe es im Prinzip nur eine faire Möglichkeit. Das wäre die Verlängerung der Saison und Beendigung auf sportlichem Wege.“ Er selbst geht nicht davon aus, dass am 19. April der Ball wieder rollt. „Ich gehe davon aus, dass auch nach dem 19. April noch kein Spielbetrieb möglich ist. Den Spielbetrieb dann fortzusetzen wäre inkonsequent und fahrlässig. Ich denke, es wäre auch nicht zielführend, sich jetzt irgendwelche Starttermine zu setzen, um dann doch wieder in Zeitdruck zu kommen. Aber wie schon gesagt, im Moment gibt es einfach wichtigere Themen, die auf der Tagesordnung stehen sollten als Fußball.“

 Morgen lest ihr, welche Vereine lieber Doppelspieltage hätten und ob es Einsprüche gegen eventuelle Wertungen des NFV geplant sind.

Andreas Kempe Nordwest-Fußball / Autor
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