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NWZonline.de Fussball

Corona-Krise: „Die Lösung ist quasi Alternativlos“

20.04.2020

Im Nordwesten Der Vorschlag des niedersächsischen Fußballverbands, die Saison bis zum 1. September 2020 einzufrieren, hat in den Vereinen, bei den Spielern, im Umfeld und in den sozialen Medien zu großen Diskussionen geführt. Der Vorsitzende des NFV- Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst, Erich Meenken, bezeichnet das Einfrieren der Saison als alternativlos. „Es wird wohl die wahrscheinlichste Lösung sein, die quasi auch alternativlos ist“, sagt er und gibt Einblick in das weitere Vorgehen des Kreises. „Wir werden hierzu in der kommenden Woche auch die Meinung aller Vereine unseres Fußballkreises in einer Video- und Telefonkonferenz abfragen. Dem sich hieraus ergebenden Ergebnis, welches dem Präsidium des Verbandes bis Mitte nächster Woche zu liefern ist, wird abschließend noch ein formeller Beschluss des Verbandsvorstandes im Wege eines Umlaufverfahrens folgen.“ Auch in den Vereinen ist der ganze Komplex natürlich noch ein wichtiges Thema. Uns erreichten im Laufe des gestrigen Tages noch weitere Meinungen zu diesem Plan, die wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen.

Tilo Ziegert, Trainer der SG Großenmeer/Bardenfleth, sieht deutlich das Problem, dass man nicht allen Vereinen gerecht werden kann. „Natürlich muss man eine Lösung finden, mit denen die meisten Vereine leben können. Die Vorgeschlagene ist vielleicht eine davon. Nur gibt es bei allen angedachten Möglichkeiten viele Fragezeichen.“ Auch er sieht die sich aus einer Saisonunterbrechung ergebenden Schwierigkeiten. „Wie ist es mit den Transfers“, fragt er. „Wie ist es in den untersten Klassen in denen nur noch acht oder neun Spiele anstehen? Nehmen wir zum Beispiel die 4. Kreisklasse: Soll es dort alle drei Wochen einen Spieltag und dann 4 Monate Pause geben? In der in der 1. und 2. Kreisklasse macht es eher Sinn, da durch Spielausfälle keine eindeutige Tabelle vorhanden ist. Dort sind auch noch 12-15 Spiele zu absolvieren. Wenn man komplett abbrechen würde, gibt es sicherlich viele Fragen zu Auf-und Abstieg“, führt er weiter aus.

Durchaus Zustimmung zum NFV-Plan

Sascha Gollenstede, der den FC Rastede II in der Kreisliga trainiert, könnte sie unter gewissen Voraussetzungen mit dem Vorschlag des NFV anfreunden. „Fair wäre die Weiterführung der Saison dann natürlich nur, wenn es keine Wechsel während des Sommers gibt, sondern alle mit dem aktuellen Kader die Saison weiterführen und beenden müssen. Wir werden abwarten und es so nehmen müssen, wie es entschieden wird. Die Saison zu beenden, ist sicherlich im Interesse aller“, sagt er. Er fügt an, dass die jetzige Situation für die Spieler natürlich schwer sei. „Sich weiter alleine fit halten, ohne auf einen Termin hinzuarbeiten, ist für die Motivation katastrophal.“ So ähnlich sieht es auch Thorsten zur Brügge, Fußball-Abteilungsleiter bei Schwarz-Weiß Oldenburg. „Die Lösung mit dem 1.September ist Okay, es geht auch gar nicht anders. So wird die Saison auf jeden Fall zu Ende gespielt. Aber so oder so: Ob es eine Saison 20/21 geben wird weiß niemand. Ob ab dem 1.September gespielt werden kann, weiß auch keiner. Daher denke ich, die Saison bis zum Jahresende sportlich abzuschließen wäre sinnvoll. Ob man diese Saison, oder die Saison 20/21 in die Tonne wirft, ist gehupft wie gesprungen.“ Er sieht in der jetzigen Situation die Möglichkeit, einen generellen Wechsel im Spielbetrieb vorzunehmen. „Genau jetzt sollte man Nägel mit Köpfen machen, und zwar Europaweit. Die Ligen sollten alle auf Jahresbetrieb umgestellt werden, denn genau jetzt hätte man die Möglichkeit dazu. Außerdem bräuchte man keine neuen Kunstrasenplätze mehr und diese Lösung wäre die sinnvollste von allen.“ Diese Idee findet auch in den Diskussionen in den sozialen Medien immer mehr Freunde.

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„Das allerwichtigste ist die Gesundheit der Menschen“ sagt Guido Runden vom SV Petersdorf. Der 2. Vorsitzende und Abteilungsleiter der Fußballer des Cloppenburger Kreisklassisten sieht die Gesundheit an erster Stelle: „Es macht keinen Sinn, zu früh wieder anzufangen und dadurch möglicherweise Menschenleben zu gefährden. Es gibt jetzt viele Szenarien, die diskutiert werden, an Gerüchten oder Spekulationen beteiligen wir uns aber nicht.“ Seiner Aussage nach trägt der SV Petersdorf die Entscheidungen des NFV – egal wie sie ausfallen – mit. „Alles außer einer Annullierung ist für uns aber auch tragbar. Eine Annullierung kommt aber wohl kaum in Frage. Dann würde man den Mannschaften nicht mehr gerecht werden, denn alle haben ja schon einen Großteil der Saison gespielt.“

Wahnbek Trainer Axel Waschke würde ebenso gerne eine sportliche Entscheidung der Saison sehen. „Ich war schon etwas überrascht über den Vorschlag. Natürlich bin auch ein Befürworter, immer den sportlichen Abschluss zu suchen.“ Er ist aber trotzdem dafür, die Saison zu beenden. „In diesem Fall ist eine sportliche Lösung aber meines Erachtens nicht möglich“, sagt er. „Wir hatten unser letztes Pflichtspiel im November 2019 und sollen zehn Monate später die Saison zu Ende spielen? Das ist aus meiner Sicht auch Wettbewerbsverzerrung. Ich denke, ein Abbruch zum jetzigen Zeitpunkt wäre die einzig sinnvolle Lösung. Aufsteiger ja, Absteiger nein und dann einen Neustart unter den gleichen Bedingungen für alle“, ist sein Vorschlag.

Lösung der Handballer auch beim Fußball?

Auch sein Trainerkollege Andreas Greff vom Kreisligisten VfL Bad Zwischenahn befürwortet einen Abbruch der Saison. „Aus meiner Sichtweise ist es am besten, die Saison im Amateurbereich abzubrechen. Wie die meisten wäre auch ich dafür, dass der Tabellenführer aufsteigt und es keine Absteiger gibt. Dafür gibt es dann nächste Saison einen Absteiger mehr“, ist sein Vorschlag. Er ist ebenfalls überzeugt, dass eine Fortführung der Spielzeit zu unerwarteten Schwierigkeiten führen würde. „Die Saison einfrieren und im September oder Oktober weiter fort zu führen halte ich für nicht umsetzbar. Wie willst Du eine Planungssicherheit für die nächste Saison haben? Das wird ein Riesenchaos für alle Vereine. Man sollte Corona jetzt nicht dazu nutzen, um die Saison unnötig in die Länge zu ziehen“, ist seine Meinung. Auch er spricht die aufkommenden Schwierigkeiten beim Wechsel der Junioren in den Altersklassen und in der Transferperiode an: „Wie soll das dann im Jugendbereich gelöst werden? Allein das Chaos, was es dann in der Wechselperiode geben würde, mag ich mir nicht ausmalen.“ Seine Sorge gilt auch der Zeit nach Abschluss der Spielzeit 19/20. „Wie will man die Zeit bis zum Sommer 2021 überbrücken? Man kann es eh niemanden recht machen“, weiß er und sieht es wie sein Trainerkollege Nils Reckemeier vom TuS Eversten: „Nach einigen Diskussionen werden alle damit leben können. Wichtig finde ich, das die Gesundheit aller beteiligten im Fokus steht und dahingehend eine vernünftige Entscheidung getroffen wird. Wichtig ist das erst einmal das alle offenen Fragen vom NFV zeitnah geklärt werden“, nimmt er den Verband in die Pflicht. Als Beispiel für ein konsequentes Handeln fügt er die Entscheidung des Deutschen Handballbundes an. „Im Handball kann man doch sehen, wie es ganz einfach ist. Für mich geht es nur über einen Abbruch, um die Planungssicherheit für die nächste Saison zu haben und um alles wieder in gewohnte Fahrwasser zu bekommen.“

Der Trainer der Braker Frauenmannschaft, Jonny Peters, lehnt den Plan des NFV ebenfalls ab. „Pause bis zum 1.September ist für mich persönlich keine gute Alternative, da einige beruflich und studienbedingt aufhören und uns dann nur noch zwölf oder 13 Spielerinnen zur Verfügung stehen. Die Planungen laufen doch bei vielen Vereinen auf die neue Saison hinaus und man hatte seinen Kader schon geplant. Das würde dann wegfallen und man muss dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder von vorne anfangen“, sagt der Trainer, der mit seinem Team den ersten Abstiegsplatz belegt, aber noch ein Spiel nachzuholen hätte. „Wichtig ist, dass eine Saison 20/21 gespielt wird und es keine Pausen von bis zu fünf Monaten gibt. Ich denke jeder muss einsehen, das es entweder keine Aufsteiger gibt und keine Absteiger oder es gibt Aufsteiger und auch Absteiger. Wir müssen sowieso alle Entscheidungen akzeptieren.“

Das Schlusswort gehört Torsten Mammen vom SV SF Larrelt. Der Torjäger des ostfriesischen Bezirksligisten bezieht Klar Stellung: „Ich finde man sollte einen klaren Schnitt machen und die Saison annullieren, wenn voraussichtlich erst im September weiter gespielt werden kann. Was den Auf- und Abstieg angeht, muss man seitens des NFV noch klären. Ab September kann man dann wieder in einem normalen Rhythmus in die Saison 20/21 starten.“

Volkhard Patten Nordwest-Fußball / Redakteur
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Andreas Kempe Nordwest-Fußball / Autor
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