• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Fussball

Kunstrasen statt Konsole

09.02.2019

Im Nordwesten Ein leider alltägliches Bild in der kalten Jahreszeit: Spielabsagen. Dies ist zumeist dem Wetter geschuldet, belastet die Teams in ihrer Vorbereitung. Die Rasenplätze sind tief und grundlos, Training kann fast nur in Fitnessstudios oder auf der Tartanbahn stattfinden. Dabei ist die Lösung relativ einfach: Kunstrasenplätze.

Sicher, der Plastikrasen ist kein Allheilmittel, auch er ist bei Frost und Schnee nicht bespielbar. Aber die Chance, auf dem Kunstrasen trainieren zu können, ist weitaus größer als auf einem Rasenplatz. Leider kosten diese Plätze Geld, viel Geld. Viele Gemeinden scheuen deshalb die Ausgabe. So wurde ein Kunstrasenplatz in Delmenhorst inzwischen von der Politik abgelehnt, teilweise mit hanebüchenen Argumenten. Im gesamten Landkreis Leer gibt es nicht einen Kunstrasenplatz. Frisia Loga hat den Versuch gemacht, einen Kunstrasenplatz in Eigenregie mit Unterstützung der öffentlichen Hand zu realisieren. Anderthalb Jahre lang wurde geplant und gerechnet, ein Konzept erstellt, das alle Vereine der Stadt samt dem JFV berücksichtigt hat. Der Rat der Stadt Leer lehnte aber mit Verweis auf die leeren Kassen eine Beteiligung ab. So geht der Fußball schweren Zeiten entgegen, allein in den letzten fünf Jahren gingen rund 16.000 Mannschaften verloren.

Und der DFB? Könnte der größte nationale Sportfachverband der Welt nicht den Vereinen unter die Arme greifen?

Könnte er sicher – tut er aber nicht!

Stattdessen setzt er auf E-Sport.

Er verwendet das Geld statt für dringend benötigte Kunstrasenplätze lieber dafür, die Menschen vor die Konsole zu locken. Um sich dann stolz hinzustellen und zu verkünden, dass nur E-Soccer gespielt wird, keine sogenannten Killerspiele. Präsident Reinhard Grindel sieht in den Spielen eine „Ergänzung zum Sport im Verein“. Und er führt weiter aus: „Bei allem ist und bleibt es mit Blick auf die Gesundheit und das soziale Miteinander unser erstes Ziel, die Kinder und Jugendlichen dazu zu bringen, selber aktiv Fußball zu spielen.“ Wenn der DFB von „Gesundheit“ redet, aber gleichzeitig das sitzen vor der Konsole fördert, ist das unglaubwürdig. So schadet man dem Fußball, anstatt ihm zu nützen. Geradezu befremdlich mutet es an, wenn der Präsident des DFB noch am 3. März 2018 in einem Video erklärte, das E-Sport für ihn kein Sport sei. Diese Äußerung hat er wohl getätigt, bevor der DFB das Sportmarketingunternehmen Infront und die E-Sport-Agentur STARK mit einer Erstellung eines Konzeptes zur Durchführung und Vermarktung beauftragt hat. Nun ist er ein Verfechter des Konsolensports. Wenn man sich dann vor Augen führt, dass die Electronic Sports League Millionengewinne macht, stellt sich automatisch die Frage, ob der DFB das Ganze nur macht, um einen Trend mitzumachen, oder eine Gewinnerzielungsabsicht dahinter steckt.

So schadet man dem Fußball anstatt ihm zu nützen. Die Jugendtrainer in den Vereinen sprechen offen von einem „Desaster für den Fußball.“ Viele Kinder bleiben zu Hause und träumen von einer Karriere im E-Sport. Der DFB sollte viel Kraft, Zeit und Geld investieren, um die Jugendlichen wieder in die Mannschaften zu holen. Um eine breite Basis in der Jugend zu schaffen. Die dann der Spitze wieder neue Kraft einhaucht. Aber wo sollen die Kinder denn im Winter spielen? Auf dem nicht vorhandenen Kunstrasen?

Volkhard Patten Nordwest-Fußball / Redakteur
Rufen Sie mich an:
0441 9988 4660
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.