seltene tiefs
Erst zehnmal
war Bayern München in der Abschlusstabelle schlechter als Rang drei platziert. Der Tiefpunkt war der zwölfte Platz in der Saison 1977/78. Erst zweimal haben die Bayern als Meister in der darauf folgenden Saison schlechter als Rang drei abgeschnitten: 1974/75 auf Platz zehn sowie 1994/95 als Sechster.
In der kommenden Saison spielt das Team wohl im Uefa-Pokal. Der VfB erhielt die Erlaubnis zum Feiern.
STUTTGART/SID/DPA - Am Tag nach dem K.o. im Titelrennen und dem wohl ebenfalls besiegelten Abschied von der Championsliga-Bühne nahm sich Bayern Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld in seiner „längsten Teamsitzung“ die Versager von Stuttgart zur Brust. Nach zehn Championsliga-Teilnahmen in Folge droht dem deutschen Fußball-Rekordmeister angesichts von fünf Punkten Rückstand auf Rang drei nun der Start im ungeliebten Uefa-Pokal. Es fehle „eine gewisse Qualität in der Mannschaft“, so Hitzfeld.Die Kommentare des Trainers und von Kapitän Oliver Kahn steckten nach dem 0:2 gegen entfesselt aufspielende Stuttgarter voller Resignation und Ratlosigkeit. Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Manager Uli Hoeneß flüchteten wortlos und tauchten über das Wochenende komplett ab.
Kahn bemängelte das Fehlen von Führungsspielern und dass der Wechsel von Michael Ballack zum FC Chelsea nicht kompensiert worden sei. „Zu sagen, ohne Michael Ballack würden wir besser spielen und wären nicht so leicht ausrechenbar, war Blödsinn“, sagte er über eine Einschätzung von Rummenigge.
Wie schon beim Championsliga-K.o. gegen den AC Mailand (0:2) zerfiel das Bayern-Ensemble vor 55 000 Zuschauern in Sekundenschnelle. Cacau erzielte die beiden Stuttgarter Tore innerhalb von 90 Sekunden (23. und 25. Minute). „Es wird sicher einen großen Schnitt geben“, kündigte Hitzfeld an.
Münchens Mittelfeldspieler Mark van Bommel droht obendrein eine nachträgliche Sperre. Der Niederländer hatte in der zweiten Halbzeit mit einem Ellbogen-Check gegen den Stuttgarter Pardo für Aufsehen gesorgt. Zwar hatte van Bommel den Mexikaner verpasst, doch schon der Versuch einer Tätlichkeit ist strafbar. Schiedsrichter Markus Merk (Otterbach) hatte die Aktion nicht geahndet. Allerdings kann der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) anhand des TV-Beweises die Ermittlungen aufnehmen.
Die Stuttgarter träumen nach dem Sieg weiter vom Double. „Jetzt darf die Mannschaft auch mal feiern“, sagte Teammanager Horst Heldt.
