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NWZonline.de Sport Fußball

Todesfall: Fußball trauert um ein Original

06.08.2014

Oberhausen Knapp sechs Monate nach seinem 70. Geburtstag ist der ehemalige Fußball-Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder gestorben. Ahlenfelder leitete zwischen 1975 und 1988 insgesamt 106 Bundesliga-Spiele. Er gehörte zu den besten, aber auch umstrittensten Unparteiischen der Liga-Historie. Der frühere Mineralöl-Kaufmann aus Oberhausen, der seit Jahren schwer zuckerkrank war, verstarb bereits am Sonnabend.

„Ahli“ trug sein Herz auf der Zunge und sah sich stets als Freund der Spieler. Dass es auf dem Platz „menschelte“, war ihm stets sehr wichtig. In seiner gesamten Karriere kam Ahlenfelder mit nur vier Roten Karten aus.

Auch als ihm der damalige Bayern-Star Paul Breitner vorwarf: „Du pfeifst wie ein A. . .“, stellte ihn Ahlenfelder nicht etwa vom Platz. Er antwortete: „Und Du spielst wie ein A. . .“ Trainer Otto Rehhagel forderte er einst auf: „Bleib auf deinem Hintern setzen, sonst komme ich mit Pattex zu deiner Bank.“ Spielern, die länger auf dem Boden liegen blieben, ermahnte er: „Junge, steh‘ auf, die Rasenheizung ist nicht an.“

Aber dem lebenslustigen Oberhausener, der auch einem „Pilsken“ nicht abgeneigt war, unterliefen auch Irrtümer. Bei seinem dritten Bundesliga-Einsatz, es war die Partie Werder Bremen gegen Hannover 96 am 8. November 1975 („Ein trauriges 0:0“) pfiff er schon nach 32 statt nach 45 Minuten zur Pause und korrigierte seine Entscheidung erst, nachdem der Bremer Horst-Dieter Höttges ihm gesagt hatte: „Schiri, da kann etwas nicht stimmen, mein Trikot ist noch ganz trocken.“

Nach eigener Aussage hatte Ahlenfelder, vom DFB 1984 mit der „Goldenen Pfeife“ als bester Schiedsrichter ausgezeichnet, vor dem Spiel zum Mittagessen neben einem Gänsebraten ein Bier und einen Malteser-Schnaps zu sich genommen. „Durch die Sache in Bremen bin ich zur Legende geworden“, sagte er noch im Februar aus Anlass seines 70. Geburtstags.

Wer später in der Bremer Vereinsgaststätte einen „Ahlenfelder“ bestellte, erhielt in Erinnerung an den Kult-Schiri ein Bier und einen Malteser.

Dem Fußball blieb „Ahli“ auch nach einer komplizierten Krampfader-Operation noch verbunden. „Ich war lange Zeit Vizemanager bei einer Gaststätten-Mannschaft“, erzählte er kürzlich. Aber selbst für diesen Job fehlte ihm zuletzt die Kraft. Auf Fußballplätzen sah man ihn schon lange nicht mehr.

Mit der heutigen Generation der Bundesliga-Schiedsrichter wollte er auch nie tauschen. „Dabei gibt‘s inzwischen sogar zwei extra Torrichter, die in der Nase bohren, und so einen Sesselfurzer, der als vierter Mann Täfelchen hochhält“, sagte er der dpa. „Wir haben das früher mit drei Mann hingekriegt.“

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