• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Sport Fußball

Trainer: Fußball trauert um Sascha Lewandowski

10.06.2016

Bochum Trauer und Entsetzen im deutschen Fußball: Der ehemalige Bundesliga-Trainer Sascha Lewandowski ist im Alter von nur 44 Jahren gestorben. Lewandowski wurde bereits am Mittwoch tot in seiner Wohnung aufgefunden, wie die ermittelnde Staatsanwaltschaft und die Polizei Bochum am Donnerstagmorgen bestätigten.

Todesursache offen

Die Polizei schloss ein Fremdverschulden aus, die Staatsanwaltschaft beantragte beim Amtsgericht Bochum eine Obduktion des Leichnams. „Es ist ein laufendes Verfahren. Mehr können wir dazu nicht sagen“, so Staatsanwalt Andreas Bachmann. Lewandowski war im März beim Zweitligisten Union Berlin wegen eines Burnout-Syndroms zurückgetreten, das auch „funktionelle Herzbeschwerden verursachte“.

Was bedeutet Burnout?

Burnout bedeutet so viel wie „ausgebrannt sein“. Das Erschöpfungssyndrom bekommen meist Menschen, die über lange Zeit an ihrer Leistungsgrenze arbeiten. Sie überarbeiten sich in ihrem Beruf und stellen extrem hohe Erwartungen an sich selbst.

Ausgangspunkt ist oft Über-Engagement im Beruf, der zum Lebensinhalt wird. Der Betroffene verleugnet seine Bedürfnisse. Anzeichen sind häufige Flüchtigkeitsfehler, völlige Erschöpfung, chronische Müdigkeit, Energiemangel und Konzentrationsstörungen. Oft folgt ein reduziertes Engagement, einige Betroffene machen Schuldzuweisungen und werden aggressiv. Es kann aber auch zu Depressionen und Angststörungen kommen. Die Suchtgefahr steigt.

Wer einem Burnout-Syndrom vorbeugen will, sollte sein Privatleben stärker pflegen, Konfliktstrategien erlernen, häufiger Kompromisse durchsetzen und sich gegen Überforderung im Beruf wehren.

Frühere Weggefährten reagierten schockiert. „Es ist für uns alle kaum vorstellbar, dass Sascha tot ist. Er war ein toller Mensch, der all seine Kraft und Leidenschaft in seine Arbeit einbrachte“, sagte Rudi Völler, der Lewandowski bei Bayer Leverkusen einst zum Bundesliga-Trainer aufsteigen ließ. Bayers Geschäftsführer Michael Schade erinnerte sich an einen „wunderbaren Menschen, der Spuren hinterlassen hat. Es ist furchtbar, dass er nun nicht mehr unter uns ist“.

Auch die „Eisernen“ aus Berlin sind in Trauer, sie stellten ein Schwarz-Weiß-Foto Lewandowskis auf ihre Internetseite. „Wir sind tief bestürzt und unglaublich traurig. Unsere aufrichtige Anteilnahme und unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie und den Angehörigen“, sagte Union-Präsident Dirk Zingler.

Lewandowski hatte im März selbst um Veröffentlichung der Diagnose gebeten. „Ich hatte gehofft, dass eine kurze Pause reichen könnte. Dies war aber leider überhaupt nicht der Fall“, sagte er: „Neben den gesundheitlichen Risiken muss ich auch akzeptieren, dass ich nicht annähernd die Power habe, mit so viel Energie zu arbeiten.“ Nach Einschätzung seiner Ärzte, fügte er hinzu, werde es „noch Monate dauern, bis ich wieder der Alte bin“.

Erfolge im Jugendbereich

Lewandowski trainierte von April 2012 bis Sommer 2013 gemeinsam mit Sami Hyypiä Leverkusen. Nach dessen Entlassung im April 2014 übernahm er bis Saisonende erneut Bayers Erstligateam.

Zuvor hatte er sich einen glänzenden Ruf in der Jugendarbeit erarbeitet. Er wurde mit der A-Jugend des VfL Bochum zweimal in Folge westdeutscher Meister, ebenfalls zweimal führte er seine Mannschaft ins Endspiel um die deutsche Meisterschaft. Danach übernahm er die zweite Mannschaft, ehe er für fünf Jahre zur Leverkusener A-Jugend wechselte und etliche Spieler formte. Selbst spielte er maximal in der Oberliga für den VfR Sölde, einen Club aus dem Dortmunder Osten.

Als Trainer war Sascha Lewandowski impulsiv und engagiert, in Leverkusen bildete er somit den Gegenpol zum Finnen Hyypiä, einem schweigsamen, ruhigen Trainer. Lewandowski kämpfte mit Depressionen, nach seinem Abschied von Union begab er sich in die Reha. Er wohnte in Bochum und war mit einer Reporterin liiert, er hatte keine Kinder.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.