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NWZonline.de Sport Fußball

Nach Absage Des Länderspiels: Fußball-Vereine erhöhen Sicherheitsmaßnahmen

19.11.2015

Hannover Der Schock von Hannover zwingt auch den deutschen Fußball zum Nachdenken über seine Sicherheitskonzepte. „Für den Fußball in Deutschland gilt das gleiche wie für alle anderen Großveranstaltungen in Deutschland auch. Wir müssen uns unter diesem Aspekt entsprechend aufstellen, wir müssen uns bewusst sein, dass Gefährdungslagen bestehen“, sagte DFB-Interimschef Rainer Koch nach der Absage des Länderspiels der deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande wegen einer Terror-Warnung am Dienstagabend.

Ligapräsident Reinhard Rauball, der gemeinsam mit Koch derzeit den Deutschen Fußball-Bund führt, versicherte jedoch, dass die Bundesliga am Wochenende wie geplant spielen werde. „Der Spieltag wird stattfinden“, sagte Rauball, der auch Präsident von Borussia Dortmund ist. Der BVB soll am Freitag den 13. Spieltag mit der Partie beim Hamburger SV eröffnen.

Der HSV erhöht vor dem Spiel die Sicherheitsmaßnahmen. Die Partie werde wie geplant am Freitag (20.30 Uhr) im Volksparkstadion stattfinden, teilten die Norddeutschen am Mittwoch via Twitter mit. Die Begegnung ist mit 57 000 Zuschauern ausverkauft. Der HSV arbeitet eng mit den Behörden in der Hansestadt zusammen.

Auch die Verantwortlichen von Bayer Leverkusen haben nach den Attentaten von Paris und der Länderspielabsage von Hannover Beratungen über weitere Sicherheitsmaßnahmen aufgenommen. Das erklärte Vereinssprecher Dirk Mesch am Mittwoch. Es sei klar, „dass man auf diese Ereignisse reagieren muss“. Und es sei wichtig, den Zuschauern und Fans das Gefühl zu geben, dass sie sicher seien. Doch man müsse auch Faktenlagen schaffen, mit den anderen beteiligten Clubs und mit der Deutschen Fußball Liga reden.

Bayer-Sportdirektor Rudi Völler hatte sich bereits am Dienstag in der „Bild“ für erhöhte Sicherheitsstandards in der Bundesliga ausgesprochen. „In Italien gibt es seit 2005 personalisierte Eintrittskarten. Und jeder hat sich am Flughafen schon mal geärgert, wenn es beim Sicherheitscheck dauert. Aber alles, was unserer Sicherheit dient, sollte uns wichtig sein“, hatte Völler geäußert.

Mit einem „umfangreichen Maßnahmenpaket“ will Hertha BSC beim nächsten Bundesliga-Heimspiel am Sonntag gegen die TSG Hoffenheim die Sicherheit im Berliner Olympiastadion gewährleisten. Das bestätigte Thomas Herrich, Mitglied der Geschäftsleitung und zuständig für Sicherheitsfragen beim Berliner Fußball-Erstligisten,am Mittwoch.

„Bei unseren Spielen im Olympiastadion setzen wir auf ein fundiertes und detailliertes Sicherheitskonzept, das wir vor jeder Partie mit den zuständigen Sicherheitsbehörden, den Ordnungskräften und allen Mitarbeitern absprechen. So haben wir immer die Möglichkeit, auf Ereignisse zu reagieren und Vorkehrungen zu treffen“, sagte Manager Michael Preetz. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung werden am Sonntag die Ordnungskräfte - durchschnittlich sind bei Heimspielen 700 Ordner im Einsatz - aufgestockt.

Über Einzelheiten des Maßnahmenpakets wird Hertha nach den Terror-Anschlägen von Paris nichts mitteilen, das unterliege „der absoluten Verschwiegenheit“. Jeder Besucher des Olympiastadions könne gewiss sein, „dass generell alles getan wird, damit die Bundesligaspiele von Hertha BSC unter der größtmöglichen Sicherheit besucht werden können“, heißt es auf der Hertha-Homepage.

Der 1. FC Köln reagiert auf die Attentate von Paris und die Länderspielabsage von Hannover. In der Bundesligapartie am Samstag gegen den FSV Mainz 05 werde die Präsenz von Ordnungskräften „sichtbar“ erhöht, teilte der Fußballclub am Mittwoch mit. Der FC bespricht die Maßnahmen mit Polizei und Behörden. Details des Sicherheitskonzepts würden indes auch hier nicht öffentlich verbreitet.

„Aber auf jeden Fall ist es gut, wenn unsere Fans frühzeitig anreisen und sich auf gewissenhafte Kontrollen einstellen“, hieß es. Solange die Sicherheit für die Stadionbesucher gewährleistet sei, hält der FC es für richtig, den Spieltag stattfinden zu lassen. „Zu unserer Lebensweise gehören Großveranstaltungen, seien es kulturelle oder sportliche. Davon werden wir uns nicht abbringen lassen.“

Obwohl es für das Fußball-Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Hannover 96 am Samstag laut Borussia-Geschäftsführer Stephan Schippers keine konkreten Hinweise auf eine Gefahrenlage gibt, erhöht der gastgebende Verein die Sicherheitsvorkehrungen. Speziell die Einlasskontrollen würden strenger, teilte die Borussia am Mittwoch mit.

Wegen der verstärkten Kontrollen öffnen die Stadiontore bereits um 13.00 Uhr. Die Zuschauer wurden um frühzeitige Anreise gebeten. Alle Maßnahmen sollen auch bei den folgenden Heimpartien des Champions-League-Starters greifen. Schippers erklärte, man habe sich „aufgrund der Ereignisse der vergangenen Tage und der allgemeinen Lage dazu entschlossen, die Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen“.

Offen ist, ob am Wochenende auch alle deutschen Nationalspieler nach den dramatischen Erlebnissen der vergangenen Tage schon wieder in den Liga-Alltag zurückkehren. „Alle Spieler sind - größtenteils bereits gestern Abend - abgereist und wohlbehalten zu Hause angekommen“, teilte das DFB-Team am Mittwochmorgen mit.

Am Dienstagabend war der Bus mit der Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw auf der Anfahrt zum Stadion von der Polizei gestoppt worden, das Team wurde in Sicherheit gebracht. Es war bereits der zweite Schreckenstag für die Weltmeister, die auch die Anschläge von Paris am Rande des Länderspiels im Stade de France miterlebt hatten.

Unter dem Eindruck der Terror-Angst forderte Präsident Martin Kind von Hannover 96 ein einheitliches Konzept für alle Bundesliga-Vereine unter Federführung der Deutschen Fußball Liga (DFL). „Das wird den Fußball verändern und stellt uns vor eine neue Herausforderung“, sagte Kind. Das Vormittagstraining des 96-Teams am Mittwoch wurde nach den Ereignissen vom Vorabend abgesagt, die Einheit am Nachmittag sollte aber stattfinden.

Auch die Ausrichter anderer Sport-Großveranstaltungen kündigten eine Prüfung ihrer Sicherheitskonzepte an, wollen an den Events aber festhalten. Die Box-Weltmeisterschaft von WBO-Champion Arthur Abraham gegen den Briten Martin Murray am Samstag in Hannover soll ebenso weiter ausgetragen werden wie Deutschlands größtes Hallen-Reitturnier in Stuttgart, zu dem am Wochenende 50 000 Zuschauer erwartet werden.

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