theune-meyer schmücken viele titel
Als Spielerin
war Tina Theune-Meyer (geb. 1953) von 1974 bis 1986 für GW Brauweiler aktiv. 1986 kam sie als Trainerin zum DFB und war von 1990 bis 1996 Assistenztrainerin des Nationalteams. In dieser Zeit wurde die Auswahl Vize-Weltmeister (1995) und zweimal Europameister (1991, 1995). Als Cheftrainerin (1996 bis 2005) wurde Theune-Meyer Weltmeister (2003), dreimal Europameister (1997, 2001, 2005) und zweimal Olympia-Dritte (2000, 2004).Jürgen Klinsmann rief sofort nach dem Finale an. Tina Theune-Meyer übergibt ihr Amt am 31. Juli an Silvia Neid.
Von Ulli Brünger
FRANKFURT/MAIN - Alles war wie immer. Am Ende hatten die deutschen Frauen „Gold“ um den Hals. Nach dem Gewinn des 6. Titels bei der 9. Fußball-Europameisterschaft in England ließen die Heldinnen ihre Trainerin Tina Theune-Meyer hochleben und feierten gemeinsam mit den unterlegen Norwegerinnen im Mannschaftshotel eine feucht-fröhliche Party bis in den Morgen. „Dass die Teams gemeinsam feiern, finde ich wunderbar. So etwas gibt es nur bei den Frauen“, schwärmte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Gerhard Mayer-Vorfelder.Nach dem 3:1-Finalsieg gegen Norwegen am Sonntag in Blackburn hatte Mayer-Vorfelder an Stelle des verhinderten Uefa-Präsidenten Lennart Johansson die silberne Trophäe an Spielführerin Birgit Prinz überreicht. Minutenlang tanzten die Spielerinnen des Rekord-Titelträgers zum Evergreen „We are the Champions“ auf dem Rasen, sangen die englische Fußball-Hymne „You'll never walk alone“ und den Beatles-Hit „We all live in a yellow submarine“.
Mit Glückwünschen wurde die DFB-Elf überhäuft. Bundestrainer Jürgen Klinsmann hatte im deutschen Team-Quartier in Herzogenaurach nach dem Finale sofort zum Telefon gegriffen und seiner Kollegin Theune-Meyer gratuliert. Auch Manager Oliver Bierhoff würdigte die Leistung der Frauen, die den Titel zum vierten Mal in Serie holten und bei EM-Endrunden seit 1993 in 20 Spielen ungeschlagen sind. „In gewissem Sinne seid Ihr ein Vorbild für uns. Das macht Hoffnung, dass wir auch Erfolg haben können“, so Bierhoff.
Gestern Mittag kehrte der DFB-Tross nach Deutschland zurück. Am Frankfurter Flughafen wurden die übernächtigten, aber strahlenden Siegerinnen von DFB-Generalsekretär Horst Schmidt begrüßt. Im Mittelpunkt stand natürlich immer wieder Tina Theune-Meyer, für die es nach neun erfolgreichen Jahren als Cheftrainerin das letzte große Spiel war. Zum 31. Juli wird die 51-Jährige offiziell ihr Amt an die langjährige Assistentin Silvia Neid übergeben. „TTM“ wird eine andere Funktion im Verband erhalten. „Wir verlieren zwar eine große Trainerin, aber gewinnen eine großartige Frau für den DFB“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger. Als „angemessene Anerkennung für die großartige Leistung“ erhalte jede Spielerin 10 000 Euro, verriet Zwanziger.
„In gewissem Sinne seid
Ihr ein Vorbild für uns“
oliver Bierhoff
