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NWZonline.de Sport Fußball

Gegner und Späher liefen ins Leere

30.12.2015
NWZonline.de NWZonline 2015-12-30T05:07:07Z 280 158

Fußball-Geschichte:
Gegner und Späher liefen ins Leere

Oldenburg Als Mittelfeld-Gestalter hat Helmut Mrosla manchen Schnörkel in sein Fußballspiel eingebaut. Als Trainer bevorzugte er es eher gradlinig und knackig. „Du kannst doch als Verteidiger nicht den Friedensnobelpreis holen wollen, du musst deinem Gegenspieler auch mal in die Waden treten!“ belehrte er beim VfB Oldenburg einst Abwehrspieler Werner Sept.

Mrosla hat auf dem Platz und an der Seitenlinie viel bewegt. Am Neujahrstag wird der Sportler in Wiefelstede (Landkreis Ammerland) 80 Jahre alt. Zwischen 1959 und 1993 gehörte er zum festen und lockeren Inventar bei VfB und Nachbar VfL. 615 Spiele für den VfB stehen zu Buche, mit rund 300 Toren. Niemand hat diese Marke später geknackt. Selbst Bundestrainer Sepp Herberger wurde auf ihn aufmerksam gemacht. Doch just beim Lehrgang des erweiterten Nationalkaders in Malente verletzte sich der Oldenburger.

Zwei Meisterschaften und den Aufstieg in die 2. Bundesliga feierte er als Trainer. Mrosla und Wolfgang Sidka, der 1992 den Aufstieg in die Bundesliga so knapp verpasste, stehen mit ihren Erfolgen an der Spitze aller Übungsleiter im Verein.

Mrosla kam 1959 vom Blumenthaler SV aus Bremen zum VfB Oldenburg. „Das habe ich nie bereut“, sagt er. Einer späteren Abwerbung durch den 1. FC Nürnberg beugte der umtriebige VfB-Betreuer Fred Klemmer vor. Er „belohnte“ den ahnungslosen Mrosla mit einem Wohlfühl-Wochenende in Hamburg: „Das Spiel kannst du mal lassen, der Trainer gibt dir frei.“ Folglich sahen die Nürnberger Späher in Donnerschwee einen VfB – ohne den in Hamburg versteckten Spieler. Solche Spielchen klappten damals noch so.

Kopfballstärke sagten ihm alle Bewunderer seines intelligenten und technisch brillanten Spiels nach. „Das habe ich bei Emil Izso gelernt“, verweist Mrosla noch heute auf seinen ersten Trainer beim VfB. Die Herausforderungen des Fußballs in den zweit- und dritthöchsten damaligen Spielklassen brachte Mrosla mit den beruflichen Anforderungen als Gasmeister bei der EWE in Einklang.

Mit 33 Jahren beendete er 1969 seine Karriere auf dem Platz. Zu seinen größten Spielen zählte das im Januar 1968 durch einen Elfmeter in der 87. Minute mit 2:3 (2:0) verlorene DFB-Pokalspiel gegen den Bundesligisten Borussia Dortmund vor 17 000 Zuschauern in Donnerschwee. Das Spiel ist später sogar zu einem Theaterstück verarbeitet worden.

Als Trainer begann er beim SSV Delmenhorst. Es folgte der TSR Wilhelmshaven und 1972 erstmals der VfB. Bis 1976 wurden daraus vier erfolgreiche Jahre. 1979 kehrte er zurück, musste den Trainerstuhl aber nach Differenzen mit dem damaligen Sponsor in der 2. Bundesliga Ende 1980 räumen. Auch solche Spielchen klappten damals noch. Acht Jahre lang hat er danach sehr erfolgreich den Nachbarn VfL trainiert. Zum VfB kehrte er 1993 kurz als Assistent von Wolfgang Steinbach zurück.

Tennis ist im Alter zur neuen Sportart von Mrosla geworden, am liebsten beim TV Metjendorf mit seinem Enkel. Vom Fußball hat er weitgehend die Füße gelassen. „Da habe ich Ansprüche, die ich nicht mehr erreichen kann“, lautete seine Begründung – so geradeheraus wie auch jene Bemerkung von 1979: „Alle sehen uns als Meister“, kommentierte er eine Saisonprognose der Fans und Konkurrenten, „und ich sehe das genau so.“ 1980 war der VfB Oldenburg dann tatsächlich angekündigter Oberliga-Meister und Aufsteiger in die 2. Bundesliga.

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