GELSENKIRCHEN - Manuel Neuer patzte, Kevin Kuranyi schwächelte: Fußball-Bundesligist Schalke 04 steht im Championsliga-Rückspiel beim FC Barcelona am 9. April (20.45 Uhr/Sat.1) vor einer Herkules-Aufgabe. Gleichwohl klammert sich der Revierclub nach dem 0:1 im Viertelfinal-Hinspiel an die vage Hoffnung auf ein Wunder. „Es gibt noch eine Chance“, sagte Trainer Mirko Slomka, der aber aus der zweiten Hälfte Mut schöpfte.
Trotz des uninspirierten Auftritts vor der Pause, als Schalke dem munteren Treiben der spanischen Ballkünstler respektvoll zusah, reifte bei Christian Pander die Ansicht, dass der Gegner nicht unbezwingbar ist: „Barcelona ist zwar eine Weltklasse-, aber keine Übermannschaft.“ Heiko Westermann, dem seiner Ansicht nach ein „klarer Elfmeter“ verweigert worden war, meinte: „Für mich hat die schlechtere Mannschaft gewonnen. Die Gäste hätten sich nicht beschweren können, wenn sie drei, vier Dinger bekommen hätten.“
Eine bessere Ausgangslage war nach zwölf Minuten verspielt, als Bojan Krkic das Tor des Tages erzielte. Der 17-Jährige ist nun der zweitjüngste Torschütze der Championsliga nach Peter Oforiquaye von Olympiakos Piräus im Oktober 1997.
Wie schon häufiger hatte Torwart Neuer gepatzt. Einen Schuss von Thierry Henry aus spitzem Winkel ließ er abprallen und erlaubte ihm so den Pass auf Spaniens Supertalent. Slomka sprach von einer „Fehlerkette“, TV-Experte Franz Beckenbauer urteilte: „Neuer muss den Ball festhalten oder zur Ecke lenken.“ Gleichwohl sieht er in Neuer den „Torwart der Zukunft“.
Beckenbauer traut Neuer daher auch am kommenden Mittwoch eine Rolle wie im Achtelfinal-Rückspiel gegen Porto zu: „Dann ist auch in Barcelona alles möglich.“
Soll die Überraschung gelingen, muss auch Kuranyi seine Form wiederfinden. Der Nationalstürmer verstolperte erneut die wenigen Bälle, die er bekam, präsentierte sich lauf- und zweikampfschwach. „Kuranyi schien gar nicht mitbekommen zu haben, dass ein Fußballspiel stattfand“, schrieb die spanische Zeitung „As“.
