• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport Fußball

Fußball: Ab jetzt gilt Mindestabstand

01.07.2020

Gelsenkirchen Clemens Tönnies blickt mit blau-weißem Schal um den Hals entschlossen in die Kamera, im Hintergrund sitzen Zuschauer in der Arena. Das Foto, das der schwer angeschlagene Fußball-Bundesligist Schalke 04 am Dienstag zum unfreiwilligen Abschied des mächtigen Aufsichtsrats-Chefs veröffentlichte, kam aus besseren Zeiten – und ging meilenweit an der Realität vorbei. Tönnies’ Rücktritt folgte auf massive Proteste der eigenen Fans und den Corona-Skandal in seinem Fleisch-Unternehmen. Die Nachricht platzte zudem mitten in die Diskussion über eine vermeintliche Landesbürgschaft für den finanziell schwer angeschlagenen Revierclub.

Was sagt Tönnies zum Aus auf Schalke?

„Wir haben den FC Schalke mit Herzblut und hohem persönlichen Engagement erfolgreich durch viele Krisen geführt“, teilte Tönnies (64) in einem Rücktrittsschreiben mit, „aus denen wir immer gestärkt hervorgegangen sind“. Das erneut zu schaffen, wird zur Herkules-Aufgabe – für die Schalker, die am Dienstag den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Jens Buchta zum neuen Aufsichtsrats-Chef wählten, und auch für Tönnies persönlich. In seinem Rücktrittsschreiben beteuerte er: „Wer mich kennt, weiß, dass mir diese Entscheidung ,als Schalker durch und durch‘ nach so vielen Jahren sehr schwergefallen ist.“ Ein Konzept zur „zukunftsorientierten Neuaufstellung“ des Vereins sei zudem „ausgearbeitet und geschrieben“.

Wie reagieren die Schalker Anhänger?

Der Corona-Ausbruch im Tönnies-Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück hatte bundesweit für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Er wolle seinen „Beitrag leisten, die deutsche Fleischwirtschaft insgesamt neu aufzustellen“, schrieb der Unternehmer. Bei den Schalker Anhängern war Tönnies allerdings auch schon vorher wegen seiner als rassistisch ausgelegten Äußerungen über Afrika im vergangenen Jahr höchst umstritten gewesen. Erst am Samstag hatten parallel zum letzten Saisonspiel beim SC Freiburg (0:4) rund 1000 Fans auf dem Vereinsgelände gegen den Schalke-Boss demonstriert. Am Eingang der alten Schalker Glückaufkampfbahn prangte zuletzt ein Banner mit der Aufschrift: „Keine Ausbeuter bei S04 – Tönnies Raus!“ Und an einer Brücke und am Bauzaun des alten Parkstadions gab es Plakate mit gleichlautenden Rücktrittsforderungen. Und: „Keine Rassisten auf Schalke!“

Wie geht es auf Schalke nun weiter?

Die gerade abgelaufene Saison hatte die Mannschaft von Trainer David Wagner nach 16 sieglosen Spielen zum Abschluss nur auf Platz zwölf beendet. Schon vor der Corona-Krise waren die Verbindlichkeiten auf fast 200 Millionen Euro angewachsen. Um den Fortbestand zu sichern, soll der Club nun eine Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen zur Absicherung von Bankkrediten in Höhe von bis zu 40 Millionen Euro beantragt haben. Bestätigen wollten dies weder NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) noch der Club selbst. Gleichwohl birgt das Thema politische Brisanz. „Es gibt keine Entscheidung in irgendeiner Bürgschaftsfrage“, beschwichtigte Laschet. Nach Informationen der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ gibt es im Bürgschafts-Ausschuss der Landesregierung aber bereits einen positiven Entscheid. „Es wird keine Lex Schalke geben“, bekräftigte Laschet. NRW-Bürgschaften gab es in den vergangenen Jahrzehnten zudem immer wieder, auch für Schalke – etwa für den Arena-Bau. Die finanzielle Lage ist aber nicht besser geworden, im Gegenteil. Allein durch die Corona-Krise soll sich ein Minus in Höhe von 26,1 Millionen Euro angehäuft haben. In finanzieller Schieflage war der Club schon lange vor der Pandemie. Als erster Verein will Schalke deshalb bei Spielergehältern selbst eine Grenze bei 2,5 Millionen Euro jährlich setzen. Und eine in der Vergangenheit gerne genommene Sicherheit fällt wohl für lange Zeit weg: Tönnies um ein Darlehen zu bitten. Auch wenn dieser schrieb: „Selbstverständlich werde ich dem FC Schalke 04 – ein Leben lang – verbunden bleiben.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.