GELSENKIRCHEN - Im Endspurt der Bundesliga-Saison hat Schalke 04 das Vertrauen in Mirko Slomka verloren und den Fußball-Trainer überraschend entlassen. Einen Tag nach der 1:5-Niederlage bei Werder Bremen zog der Tabellen-Dritte am Sonntag die Reißleine, weil die Clubverantwortlichen das Saisonziel – die erneute Qualifikation für die Championsliga – in Gefahr sahen.
„Zuletzt gab es auch bei mir eine Tendenz, die Zusammenarbeit mit Mirko nach der Saison zu beenden. Nach dem Spiel ist bei mir die Entscheidung gereift, diesen Schritt vorzuziehen“, sagte Schalke-Manager Andreas Müller. „Es ist eine Situation entstanden, die sich meiner festen Überzeugung nach in den nächsten Wochen sehr negativ auf die Mannschaft auswirken würde.“
In den verbleibenden sechs Saisonspielen werden Mike Büskens und Youri Mulder den Club als Interimslösung betreuen. Das Duo gehörte zur Schalker Mannschaft, die 1997 im Finale gegen Inter Mailand den Uefa-Pokal gewann.
Büskens ist im Besitz einer Lizenz als Fußball-Lehrer und trainiert seit 2005 die Zweite Mannschaft des Vereins in der Oberliga. Er absolvierte 257 Bundesligaspiele für den Club. Mulder, der dem Profikader von 1993 bis 2002 angehörte, war zuletzt als Experte für den niederländischen Fernsehsender NOS tätig.
„Youri und ich haben gemeinsam einige Jahre gezockt. Von daher ticken wir ähnlich. Jetzt geht es darum, dass wir für den Verein das Beste tun“, sagte Büskens.
Der Trainer für die neue Saison stehe noch nicht fest, sagte Müller. Nach Informationen des ZDF sind die Schalker an einer Verpflichtung des Niederländers Fred Rutten von Twente Enschede interessiert.
Müller teilte den zu diesem Zeitpunkt überraschenden Entschluss dem 40-jährigen Slomka, der sich anschließend vom Team verabschiedete, am Sonntag mit. Zuvor hatte sich der Vorstand mit Präsident Josef Schnusenberg, Geschäftsführer Peter Peters sowie Müller einstimmig gegen eine weitere Zusammenarbeit mit dem seit dem 4. Januar 2006 als Chef-Trainer tätigen Slomka ausgesprochen. Mit Slomka, der noch einen Vertrag bis 2009 besaß, geht auch Co-Trainer Nestor El Maestro.
Interimstrainer bei Triumph 1997 dabei
