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NWZonline.de Sport Fußball

Das ist der Revierderby-Experte

26.10.2019

Gelsenkirchen Das Derby-Fieber schüttelt David Wagner durch. „Ich muss aufpassen, dass sich mir nicht die Nackenhaare aufstellen, wenn ich nur darüber rede“, sagt der Trainer von Schalke 04: „Ich muss mal gucken, wie ich uns alle runterkriege.“

Der Mann, der Schalke derzeit wiedererweckt, ist so emotional, weil er beide Extreme des Fußballs im Revier bestens kennt. 1997 gehörte er in blau-weiß zu den Eurofightern, die den Uefa-Cup gewannen. 2011 holte ihn sein Freund Jürgen Klopp für vier Jahre zu den Schwarz-Gelben – als Trainer der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund.

„Die Dortmunder haben mich damals – die ersten sechs Monate oder vielleicht noch länger – ,Schalker‘ gerufen“, berichtet Wagner, den Namen legte er erst mit dem Aufstieg ab. Aber: „Ich habe als Trainer der zweiten Mannschaft alle meine Derbys gewonnen, einmal hier auswärts 4:0, einmal zu Hause 2:1.“

Beste Voraussetzungen also, um diesmal wieder als Schalker an diesem Samstag (15.30 Uhr) den BVB zu ärgern. Da besteht durchaus Nachholbedarf: Als Schalker Profi brachte er es 1996 bei seinem einzigen Derby-Einsatz auf ganze sieben ereignisarme Minuten. Das Spiel endete 0:0.

Wagners Einfluss als Schalke-Trainer erscheint jetzt schon wichtiger als jener, den er einst als Spieler hatte. In gut 100 Tagen als Chefcoach hat er eine zuvor verunsicherte Mannschaft aufgepäppelt, den lange unter seinen Möglichkeiten agierenden Amine Harit in einen Leistungsträger verwandelt, den Beinahe-Absteiger mit jenem Vollgas-Fußball zum Beinahe-Tabellenführer geformt. Ein 0:2 in Hoffenheim am Wochenende verhinderte den Sprung an die Spitze. Dennoch: Schalke lebt!

Wagner will sich der neuen Euphorie im Verein aber nicht hingeben. Die Rückkehr in den Europapokal, sagt der 48-Jährige vor dem Revier-Derby, sei für Schalke in dieser Saison „im Prinzip unmöglich“. Dies allerdings hätten Experten auch über Wagners sensationellen Aufstieg in die Premier League mit dem englischen Außenseiter Huddersfield Town gesagt. Für solche Vergleiche ist es dem Trainer zu früh: „Man schnippt nicht einmal mit dem Finger, und die Geschichte passiert noch mal.“

Wagner weiß schließlich, dass er sich nicht den ruhigsten aller deutschen Vereine ausgesucht hat. „Konstanz auf führenden, den Verein entwickelnden Positionen“ sei das, was der BVB den Königsblauen derzeit noch voraus habe, sagte er. „Das hat Schalke in den letzten Jahren leider nicht hinbekommen.“

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