GELSENKIRCHEN - Den kurzfristigen Erfolg sollen Youri Mulder und Mike Büskens garantieren, doch in der europäischen Spitze will sich Schalke 04 auf lange Sicht mit einem Niederländer etablieren. Fredericus „Fred“ Jacobus Rutten heißt der meistgehandelte Kandidat für die Nachfolge des am Sonntag entlassenen Cheftrainers Mirko Slomka beim Fußball-Bundesligisten.
Auch wenn Schalke den Kontakt zu dem 45-jährigen Trainer von Twente Enschede vor der Dienstag-Partie gegen Energie Cottbus nicht bestätigte, führen alle Spuren in die Niederlande. „Es kommt ein neuer Trainer. Wir sind in unseren Überlegungen schon sehr weit“, sagte Manager Andreas Müller.
Beim derzeitigen Tabellenvierten der Ehrendivision hat Rutten zwar noch einen Vertrag bis 2010, besitzt aber eine Ausstiegsklausel zum Saisonende. Angeblich für rund 500 000 Euro ist der Fußballlehrer zu haben. Mit Rücksicht auf seine beiden Töchter (16 und 17 Jahre), die noch zur Schule gehen, könnte der in den Niederlanden als Mann der Zukunft gehandelte Coach in seinem Heimatort Overdinkel wohnen bleiben. Rund eine Stunde beträgt die Fahrtdauer nach Gelsenkirchen.
Eine Strecke, die einst schon für Schalkes Stürmer Mulder zwischen 1993 und 2002 kein Problem darstellte. Mulder war zuletzt im Trainerteam von Rutten für die Fortbildung der Twente-Angreifer zuständig. Nun soll er in den letzten sechs Saisonspielen der schwächelnden Schalker Offensive neues Leben einhauchen, bevor dann wohl sein Ex-Chef folgt.
Rutten war auf Empfehlung von Schalkes Ex-Trainer Huub Stevens auch als dessen Nachfolger beim Hamburger SV im Gespräch. Er galt als Wunschkandidat von HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer, doch die
Clubführung konnte sich offenbar nicht einigen oder Rutten hatte bereits andere Pläne.
Rutten wird so oder so bald in der Schalker Arena auftauchen. Denn Twente wird seine Playoff-Heimspiele der niederländischen Meisterschaft um die Europapokal-Teilnahme in Gelsenkirchen austragen, weil das heimische Stadion umgebaut wird.
