GELSENKIRCHEN - GELSENKIRCHEN/SID - Viel Geduld, ein bisschen Dusel und ein kühler Kopf: Im Endspurt um den Titel kopiert Schalke 04 das Erfolgsrezept des Fußball-Rekordmeisters Bayern München und kommt dem Ziel immer näher. „Vor zwei Jahren haben wir ohne Organisation und Disziplin alles verspielt. Daraus haben wir gelernt. Jetzt wissen wir, wie wir solche Spiele gewinnen“, sagte Kapitän Marcelo Bordon nach dem mühsamen 2:0 (0:0)-Sieg gegen Energie Cottbus, mit dem die Königsblauen auch vier Runden vor Schluss ihre Tabellenführung behaupteten.

Gegen den doppelten Abwehrriegel des Aufsteigers zeigten die Gelsenkirchener genau die Qualitäten, die die Münchner in der Vergangenheit auszeichneten und die ihnen selbst bei den vergeblichen Anläufen 2001 und 2005 gefehlt hatten. „Ruhig bleiben, intelligent spielen und konzentriert arbeiten“, beschrieb Bordon das Konzept, das Schalke nach 49 Jahren endlich wieder den Meistertitel bescheren soll.

Als das allein nicht reichte, kam auch noch der „Bayern-Dusel“ hinzu. Der Cottbuser Timo Rost half dem Spitzenreiter mit einem Eigentor auf die Sprünge (59.), nachdem dieser sich lange vergeblich bemüht hatte. „Es war zwar ein Eigentor, aber ein sehr schön herausgespieltes“, befand Trainer Mirko Slomka. Hamit Altintop hatte sich durch einen Doppelpass mit Fabian Ernst auf der rechten Seite durchgesetzt, seine Hereingabe verwertete allerdings nicht – wie geplant – Mitspieler Lincoln, sondern der Gegner. „Ich will den Ball ins Aus grätschen“, sagte Rost, „und bekomme ihn auf die Fußspitze, das war mehr als unglücklich.“ Für den Tabellenführer war es die kleine Hilfe zur rechten Zeit, die er benötigte. Bordon selbst ließ kurz darauf (64.) mit einem Kopfball nach einer Lincoln-Ecke das 2:0 folgen.