GELSENKIRCHEN - Eigentlich wollte sich Felix Magath nichts anmerken lassen. Doch sein Lächeln wirkte gequält. Immerhin kredenzte Schalke 04 ihm nach Spielschluss seinen Tee, in dem er aber nur lustlos und nachdenklich rührte. Es ließ sich erahnen, wie sehr den Trainer des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg die 0:1-Niederlage bei seinem Ex-Club schmerzte.

Magath ging mit seinen Profis ins Gericht: „Vielleicht hat der ein oder andere Spieler noch nicht begriffen, was es heißt, im Abstiegskampf zu stecken“, sagte der 57-Jährige: „Wir haben defensiv ganz gut gearbeitet, aber zu verhalten gespielt. Das war nach vorne zu dürftig.“

Magath hat den Ernst der Lage begriffen. Spätestens nach der mutlosen Vorstellung der „Wölfe“ und seiner verpatzten Rückkehr nach Gelsenkirchen, wo er 24 Tage nach der Trennung kühl, aber nicht unfreundlich empfangen wurde. „Ich kenne die tolle Atmosphäre hier, habe sie aber nur schwer genießen können“, gab Magath zu.

Das Spiel am Sonnabend gegen St. Pauli wird für Wolfsburg zum Existenzkampf. „Es geht nicht um Schönspielerei, sondern allein um Effektivität. Ich hätte mir mehr Initiative gewünscht“, erklärte Magath nach dem dritten sieglosen Spiel unter seiner Regie, was er in Zukunft erwartet.

Während Wolfsburg die Abstiegsangst lähmt, wirken Schalkes Profis nach Magaths Abgang wie von Fesseln befreit. Die Stimmung habe sich weiter aufgehellt, betonte Torwart Manuel Neuer: „Der Kummerkasten ist leer.“

Besonders Jefferson Farfan drehte erneut mächtig auf und bereitete das Siegtor von Jose Manuel Jurado (76.) mustergültig vor – zudem kann sich eine Verlängerung seines bis Juni 2012 laufenden Vertrags wieder vorstellen. Farfan habe seine Bereitschaft signalisiert, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies.

Es dauerte aber 45 Minuten, bis Schalke nach der 5:2-Gala in Mailand in Fahrt kam. „Es war vielleicht nicht der wertvollste, aber der wichtigste Sieg“, sagte Trainer Ralf Rangnick, unter dem S04 in drei Spielen drei Siege feierte.

„Wir haben es richtig gemacht“, stellte Tönnies in Bezug auf den Trainerwechsel zufrieden fest. Nachdem man sich nun „endgültig aller Abstiegssorgen entledigt“ (Rangnick) habe, stehe der Einzug in Champions-League-Halbfinale am Mittwoch (20.45 Uhr/Sat 1) gegen Inter im Fokus. Die Mailänder holten sich durch ein 2:0 gegen Chievo Verona neues Selbstvertrauen.