GELSENKIRCHEN - GELSENKIRCHEN/DPA - Schalke 04 hat das Titelrennen mit Spitzenreiter Bayern München aufgegeben und die Meisterschaft vorzeitig abgehakt. Nach der 1:2-Heimschlappe gegen den Hamburger SV redeten die Verantwortlichen des Revierclubs angesichts des auf sechs Punkte angewachsenen Rückstands fünf Spieltage vor Saisonende nicht lange drumherum.
„Wir sind gut beraten, jetzt nicht mehr nach oben zu schauen. Wir müssen nun sehen, dass wir Platz zwei verteidigen“, sagte Trainer Ralf Rangnick. Trotz des Frusts versuchte Stürmer Ebbe Sand, den Blick auf die nächste Aufgabe zu lenken. Denn morgen (20.30 Uhr/ARD) empfängt Schalke im DFB-Pokal-Halbfinale Werder Bremen.
„Wir müssen das Spiel gegen Hamburg schnell vergessen. Gegen die Bremer wird es wieder ein schweres Spiel. Für beide Mannschaften geht es um sehr viel“, sagte Sand, der sich nun mit dem dritten Cup-Triumph nach 2001 und 2002 trösten will. Für Manager Rudi Assauer hatte die erste Heimniederlage 2005 vor allem mit „fehlender Klasse“ zu tun.
Dabei lief zunächst alles nach Plan. Gerald Asamoah (3.) brachte sein Team schnell in Front, doch dann wurde die Elf immer passiver, verlor mehr und mehr die Kontrolle über Ball und Gegner. Ausgerechnet der einstige Schalker Publikumsliebling Emile Mpenza, der bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen wurde, spielte eine entscheidende Rolle beim Siegtor des HSV. Zwar war es letztlich Mladen Krstajic, der nach Raphael Wickys Ausgleich (61.) dem Ball in der 87. Minute den letzten Kick über die Linie gab. Doch von den Hamburgern wurde Mpenza, der Krstajic bedrängt hatte, als Torschütze gefeiert. Vor allem HSV-Coach Thomas Doll freute sich für den Belgier: „Es war etwas Besonderes für Emile, denn er hat in Hamburg lange auf den Durchbruch gewartet. Das sind Märchen, die der Fußball schreibt.“
