GELSENKIRCHEN - Erst nach der Pause wurde das Schalker Spiel besser. Krstajic fehlt im Rückspiel nach einer Roten Karte.

Von Dietmar Fuchs

GELSENKIRCHEN - Für Schalke 04 ist der zweite Coup im Uefa-Pokal in weite Ferne gerückt. Der verunsicherte Cupgewinner von 1997 kam im Halbfinal-Hinspiel gegen den FC Sevilla gestern Abend nicht über ein 0:0 hinaus und steht eine Woche vor dem Rückspiel gegen die heimstarken Andalusier vor dem Aus. 53 551 Zuschauer in Gelsenkirchen sahen ein schwaches Spiel des Bundesliga-Vierten, der in seinem 90. Europacupspiel weder Ideen noch Spielwitz entfaltete und nach einem mit der Roten Karte geahndeten Ellenbogencheck von der 80. Minute an auf Mladen Krstajic verzichten musste.

„Es ist noch alles offen für das Rückspiel“, sagte Schalke-Trainer Mirko Slomka. „Wir können auswärts auch Tore schießen.“

Die „harte Hand“ von Slomka bekamen Kevin Kuranyi und Lincoln zu spüren. Wie angedroht bekamen die beiden Stars eine Denkpause und mussten zunächst auf die Bank. Für sie spielten Hamit Altintop und Sören Larsen, die dieser Aufgabe aber nicht annähernd gewachsen waren. Der gegen Köln noch gesperrte Rafinha ersetzte Dario Rodriguez und bereitete die einzige Chance der Schalker in der ersten Halbzeit vor. Die Flanke des Brasilianers legte Larsen per Kopf ab auf Gerald Asamoah, der aus acht Metern in Keeper Andres Palop aber seinen Meister fand.

Die Gastgeber hatten zwar mehr vom Spiel, ohne dass sich jedoch zwingende Möglichkeiten ergaben. Sevilla stand gut gestaffelt und machte es den einfallslos anrennenden Schalkern äußerst schwer. Da auch die Abwehr des Bundesliga-Vierten meist auf der Höhe war, blieben Strafraumszenen hüben wie drüben Mangelware.

In der Pause reagierte Slomka auf das erschreckend schwache Spiel seiner Mannschaft. Lincoln, der dem Handschlag des Trainers nach seiner Auswechslung in Köln wutentbrannt aus dem Weg gegangen war, durfte den Platz des überforderten Altintop einnehmen. Nach reichlich einer Stunde folgte auch Nationalspieler Kuranyi. Deutliche Fortschritte blieben aus, dennoch brachte Lincolns Einwechslung mehr Leben in die Partie. Allerdings vergab der brasilianische Regisseur drei Chancen (63./73./78.), und auch Bordon scheiterte frei vor dem Tor der Spanier (84.). Verteidiger Krstajic war nach seiner Roten Karte wegen eines Ellenbogenchecks da schon nicht mehr mit von der Partie.

Lincoln brachte nach seiner

Einwechslung

etwas Schwung in die Partie