GELSENKIRCHEN - GELSENKIRCHEN/SID - Vor dem Spiel des Jahres wird der „nette Herr Slomka“ knallhart und nimmt keine Rücksicht auf große Namen. Fußball-Nationalstürmer Kevin Kuranyi und Regisseur Lincoln verbannte Trainer Mirko Slomka vor dem heutigen Halbfinal-Hinspiel von Schalke 04 gegen den FC Sevilla (20.30 Uhr/ZDF) auf die Ersatzbank. „Es handelt sich um zwei Spieler, die eigentlich Stammkräfte und damit gesetzt sind. Aber es geht nur um Schalke. Kuranyi und Lincoln sind im Moment nicht in Form. Wir müssen etwas Neues probieren“, sagte Slomka vor dem 90. Europacup-Auftritt der Königsblauen.
Die Schalker haben die Chance, erstmals seit dem Uefa-Cup-Triumph von 1997 wieder in ein Europapokal-Endspiel einzuziehen. Dabei schreckt der 38-jährige Coach auch nicht vor unpopulären Entscheidungen zurück und erhält Rückendeckung der Führungsspitze. „Die Maßnahme ist absolut okay. Bei den Fans haben die beiden wenig Kredit“, erklärte Manager Rudi Assauer. „Die Entscheidung ist hart. Aber es geht nur um die Mannschaft. Kevin ist in ein Loch gefallen, spielt verkrampft, setzt sich unter Druck. Lincoln hat einen kleinen Hänger, sein Kopf ist nicht frei, er muss sich auf die einfachen Dinge konzentrieren“, sagte Teammanager Andreas Müller.
Die beiden verbannten Stars reagierten allerdings sauer. Nach dem Abschlusstraining verließen sie gestern wortlos das Trainingsgelände und ließen die wartenden Reporter stehen.
Die Spielmacherrolle für Lincoln soll der türkische Nationalspieler Hamit Altintop übernehmen. Der Däne Sören Larsen wird für Kuranyi gegen den Tabellensechsten der Primera Division stürmen. Der Brasilianer Rafinha kehrt nach seiner Bundesligasperre ins Team zurück. Der Uruguayer Gustavo Varela erhält im Mittelfeld den Vorzug gegenüber dem Bosnier Zlatan Bajramovic, der Georgier Lewan Kobiaschwili wird auf der linken Abwehrseite für den uruguayischen Nationalspieler Dario Rodriguez spielen. Der Einsatz von Ebbe Sand ist wegen einer Grippe fraglich. Der dänische Stürmer musste beim Abschlusstraining passen.
