GENF - GENF/SID - Weltmeister Brasilien in Torlaune, das Mutterland England im WM-Fieber, und die Italiener als Spielverderber für Erfolgstrainer Marco van Basten: 208 Tage vor dem Startschuss zur WM-Endrunde in Deutschland sind die Fußball-Großmächte bei Testspielen richtig in Fahrt gekommen.
Fußball der Extraklasse wurde vor allem in Genf geboten, wo sich auf neutralem Boden England und Argentinien einen offenen Schlagabtausch lieferten. Am Ende triumphierten die Briten dank eines Doppelschlags von Michael Owen in den Schlussminuten mit 3:2.
„Heute haben wir gesehen, wofür solche WM-Testspiele gut sind. Es stand für beide viel auf dem Spiel, entsprechend waren die Spieler bei der Sache“, meinte Owen, dessen Weltkarriere bei der WM 1998 in Frankreich als 18-Jähriger mit einem Traumtor gegen Argentinien begonnen hatte. Zuvor waren die ebenfalls starken Argentinier durch Hernan Crespo (35.) und Walter Samuel (54.) zweimal in Führung gegangen, Wayne Rooney (39.) hatte den Ausgleich besorgt.
Weltmeister Brasilien verabschiedete sich mit einem Kantersieg aus dem Jahr 2005. Mit dem 8:0 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate fuhr die Selecao den höchsten Länderspiel-Erfolg seit dem 14. Juli 1977 (8:0 gegen Bolivien) ein. Dabei kam auch Verteidiger Lucio (65.) in seinem 48. Länderspiel zum zweiten Tor. Neben dem Bayern-Verteidiger erzielten je zweimal Kaka (20. und 58.) und Juninho (70. und 80.) sowie Adriano per Elfmeter (53.), Fred (85.) und Cicinho (88.) die weiteren Treffer für den Weltmeister, der ohne Ronaldo (Knöchelverletzung) auskommen musste.
In WM-Form präsentierte sich auch der dreimalige Titelträger Italien, der mit dem 3:1 in den Niederlanden für die erste Niederlage von Oranje im 17. Spiel unter Bondscoach Marco van Basten sorgte. Dabei waren die Holländer in Amsterdam durch Ryan Babel (38.) in Führung gegangen. Alberto Gilardino gelang der Ausgleich (41.), und ein Eigentor von Ron Vlaar (45.) sorgte
für das 2:1 der Gäste. Luca Toni stellte bereits in der 50. Minute den Endstand her.
